Stanislav Pribyl übernimmt Amt von Prager Erzbischof Jan Graubner

Generationenwechsel in Prag

2020 hing das Leben von Jan Graubner am seidenen Faden. Doch er überstand Covid-19 und wurde Prager Erzbischof. Nun hat Papst Leo XIV. einen guten Bekannten Graubners zum Nachfolger ernannt. Stanislav Pribyl wird das Amt übernehmen.

Blick auf die Stadt Prag und Moldau mit Karlsbrücke / © zedspider (shutterstock)
Blick auf die Stadt Prag und Moldau mit Karlsbrücke / © zedspider ( shutterstock )

Papst Leo XIV. hat den altersbedingten Amtsverzicht des Prager Erzbischofs Jan Graubner (77) angenommen. Zugleich ernannte er Stanislav Pribyl (54), bislang Bischof von Litomerice (Leitmeritz), zum neuen Primas von Böhmen, wie der Vatikan am Montag mitteilte.

Vize-Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz

Jan Graubner, Erzbischof von Prag, bei der Versammlung der Europa-Etappe der Weltsynode in Prag / © Björn Steinz (KNA)
Jan Graubner, Erzbischof von Prag, bei der Versammlung der Europa-Etappe der Weltsynode in Prag / © Björn Steinz ( KNA )

Pribyl ist seit April 2025 Vize-Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz, deren Generalsekretär er zuvor war. Im November 2023 hatte ihn Papst Franziskus zum Leiter des Bistums Leitmeritz in Nordböhmen ernannt; die Bischofsweihe im März 2024 spendete ihm Erzbischof Graubner.

1996 wurde Pribyl zum Priester geweiht. Er ist Mitglied des Redemptoristen-Ordens, dessen Provinzial er von 2002 bis 2011 war. Von 2004 bis 2008 war er Caritas-Präsident im Erzbistum Prag. Neben Doktortiteln in Theologie und Kunstgeschichte hat der Geistliche auch einen Master-Abschluss in Ökonomie und Management.

Schwere Covid-Erkrankung

Graubner hatte das Erzbistum Prag seit 2022 als Nachfolger von Kardinal Dominik Duka geleitet und bereits im August 2023 sein 75. Lebensjahr vollendet. In diesem Alter müssen Bischöfe dem Papst laut Kirchenrecht ihren Amtsverzicht anbieten. Papst Franziskus (2013-2025) ließ ihm schon bei der Ernennung im Mai 2022 mitteilen, dass er noch für drei, vier Jahre mit ihm rechne.

Als Erzbischof von Olomouc (Olmütz) und Metropolit von Mähren hatte sich Graubner bereits auf seinen Ruhestand mit Erreichen der Altersgrenze vorbereitet. 2020 war er schwer an Covid-19 erkrankt. Am Ende konnte er seine Amtsgeschäfte aber doch wieder aufnehmen.

Kirche in Tschechien

In der Tschechischen Republik bekennt sich nur noch eine Minderheit der Bevölkerung zu einer Religionsgemeinschaft. 2018 bezeichnete sich laut Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Stem noch jeder vierte tschechische Bürger als gläubig, jeder dritte dagegen als Atheist. Zu den Gläubigen rechneten sich demnach häufiger Frauen, Personen über 45 Jahre sowie Bürger kleinerer Gemeinden.

Altstädter Ring in Prag / © dimbar76 (shutterstock)
Quelle:
KNA