Schauspieler Mittermeier wollte früher Pfarrer werden

"Beim Reden kommen die Leit zsamm"

Marcus Mittermeier wurde vor allem durch seine Rolle als Kriminaloberkommissar Harald Neuhauser in der ZDF-Reihe "München Mord" bekannt. Am Samstagabend war er wieder zu sehen. Er konnte sich aber auch einen anderen Beruf vorstellen.

(ARCHIV) Der Schauspieler Marcus Mittermeier am 29.06.2024 in München. / © Felix Hörhager (dpa)
(ARCHIV) Der Schauspieler Marcus Mittermeier am 29.06.2024 in München. / © Felix Hörhager ( dpa )

Marcus Mittermeier (56), vor allem bekannt als Kriminaloberkommissar Harald Neuhauser in der ZDF-Reihe "München Mord", wollte ursprünglich katholischer Pfarrer werden. "Ich bin jeden Sonntag in die Kirche gegangen, und es gab eine Phase, wo ich da wirklich gerne war", sagte der gebürtige Landshuter der "Süddeutschen Zeitung". Was ihm imponiert habe, sei dieser Gemeinschaftsritus gewesen: "Eine Gruppe Menschen, die da von einem geleitet wird nach dramaturgisch durchgeplanten Regeln. Das fand ich gut."

Man dürfe nicht vergessen, dass in den 1980er-Jahren die Kirchen noch voller als heute gewesen seien, sagte der Schauspieler und fügte hinzu: "Man darf die Kirche natürlich für Vieles kritisieren. Aber ich glaube, eine gemeinsame ideelle Wurzel, wie sie die Kirche schaffen kann, hat was Verbindendes in einer Gesellschaft." Mittermeier ist verheiratet und hat drei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Regensburg.

Kritik an sozialen Medien

Der Künstler ist zudem seit Langem in den sozialen Medien aktiv und sieht diese durchaus kritisch. Das mittlerweile in X umbenannte Twitter habe den Diskurs ad absurdum geführt, weil nicht mehr differenziert werde. "Aber wenn ich ein ausgewogenes Statement abgebe, das beide Seiten betrachtet, dann wirkt sich das negativ auf die Reichweite aus."

Landshut in Bayern / © lara-sh (shutterstock)

Deshalb sei es wichtig, mal einen Punkt zu machen. "Ich bin jemand, der gerne Haltung ausdrückt. Und es macht auch Spaß, wenn man den Wellenschlag noch sieht." Auf X merke man aber, wie sich der gesellschaftspolitische Kurs in den letzten zehn Jahren radikal geändert habe.

Kommunikation sei eine Leidenschaft von ihm, erklärte Mittermeier: "Also reden. Meine Mutter hat immer gesagt, beim Reden kommen die Leit zsamm." So gebe es durchaus einen kommunikativen Aspekt von Social Media, auch wenn es manchmal sehr einseitig sei. 

"Aber ich antworte auch oft auf Instagram. Oder schaue mir an, was die Leute schreiben, es ist ja auch wichtig, dass man mitkriegt, was da los ist da draußen, wie die Leute so denken."

Quelle:
KNA