Papst Leo XIV. hat am Samstag den kanadischen KI-Unternehmer Aidan Gomez in Privataudienz empfangen. Das teilte der Vatikan ohne weitere Angaben mit. Gomez ist Mitbegründer und Geschäftsführer der amerikanischen Tech-Firma Cohere, die auf KI-Lösungen für Unternehmen spezialisiert ist. Das erste große Lehrschreiben Leos XIV., eine Enzyklika, könnte dem Vernehmen nach die Herausforderungen der Menschheit durch die Künstliche Intelligenz zum Thema haben.
Bereits seit Jahren beschäftigt den Vatikan der Umgang mit dieser Technologie. Leo XIV. wie auch sein Vorgänger Franziskus (2013-2025) lobten zwar stets die Chancen von KI, mahnten aber vor allem die Risiken an. Im Jahr 2020 veröffentlichte der Vatikan den "Rome Call for AI Ethics" ("Römischer Aufruf für KI-Ethik"), dem bereits Microsoft, IBM, Cisco, die UN-Ernährungsorganisation FAO, Vertreter der italienischen Regierung sowie mehrere Religionsgemeinschaften beitraten.
Die Unterzeichner des "Rome Call" verpflichten sich, im Umgang mit Künstlicher Intelligenz bestimmte Grundsätze zu befolgen: Transparenz, Inklusion, Rechenschaftspflicht, Unparteilichkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Datenschutz.