DOMRADIO.DE überträgt am Fest Darstellung des Herrn das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Rainer Maria Kardinal Woelki. Es singt der Knabenchor Unserer Lieben Frauen Bremen unter der Leitung von Mikolaj Kapala.
Im Gottesdienst erklingen Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Anton Bruckner, Ola Gjeilo, Philip Stopford und Camille Saint-Saëns. Den Kantorendienst übernimmt Domkapellmeister Alexander Niehues. Die Domorgel spielt Matthias Wand.
Evangelium am Fest Darstellung des Herrn: Lukas 2,22-40
Als sich für die Eltern Jesu die Tage der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung erfüllt hatten, brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen, wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig genannt werden. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser Mann war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe.
Er wurde vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:
Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, – und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.
Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.
Zu derselben Stunde trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde stark, erfüllt mit Weisheit und Gottes Gnade ruhte auf ihm.
Impuls zum Evangelium
Wann kann ein Mensch in Frieden sterben? Was muss erfüllt sein, damit er sagen kann: "Jetzt ist es gut"? Simeon ist bereit, aus dem Leben zu scheiden, sein Dasein erfüllt sich in dem Moment, da er das Jesuskind erblickt. – Die rührende Tempelszene ist theologisch aufgeladen! Zunächst: Jesus ist ein Jude, seine Eltern halten sich genau an die einzuhaltenden Regeln, er steht voll und ganz in der Tradition Israels. Des Weiteren: Jesus ist der Heiland von Anfang an, schon als Säugling, er wird nicht erst später dazu erwählt. Schließlich: Jesus ist der Messias seines Volkes, aber darüber hinaus ist er das Licht für die Heiden – der Retter aller Völker. Für diese Frohe Botschaft stehen zwei betagte Menschen ein, Simeon und Hanna, und noch bis heute sind Seniorinnen und Senioren eine wesentliche Stütze der Weitergabe des Glaubens. Diese Geschichte ist so bedeutungsvoll, dass Simeons Lobgesang (Verse 29–31), das "Nunc dimittis", Bestandteil des kirchlichen Nachtgebets ist, der Komplet.
Quelle: Magnificat - das Stundenbuch