Wer in den letzten Jahren vom McDonald's, dem Luxushotel Excelsior oder dem Brauhaus "Gaffel am Dom" in der Trankgasse auf das namensgebende Gotteshaus und Weltkulturerbe blickte, der sah neben der majestätischen gotischen Architektur des Kölner Doms vor allem auch eins: maroden Beton aus den späten 1960er Jahren. Anders als die Freitreppe vom Hauptbahnhof hoch zum Dom und anders als die östliche Domumgebung war hier noch viel von der alten Domumgebung des Architekten Fritz Schaller erhalten.
Das soll sich nun ändern: Die Stadt hat bereits Teile abgesperrt – die Abrissarbeiten sollen in Kürze beginnen, verrät Dietmar Schlößer, Abteilungsleiter Ingenieurbauwerke im Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau der Rheinmetropole. Zwei Jahre soll hier gebaut werden. Alles soll schöner werden, verspricht Schlösser: "Es wird ein deutlich einheitliches Bild geben, was auch eine deutliche Steigerung der Wertigkeit des Domsockels ergibt – gerade beim Blick vom Hauptbahnhof und von der Trankgasse Richtung Dom."
Das alte Domumfeld war vor allem durch Sichtbeton geprägt. In den Jahren zwischen 1968 und 1970 wollte Fritz Schaller die Umgebung modernisieren, den Dom aus seiner räumlichen Isolierung befreien. In den Jahrzehnten nach der Erbauung verkam das Umfeld zusehends und der Geschmack der Menschen änderte sich. Pünktlich zum Weltjugendtag 2005 wurde eine neue Freitreppe vom Bahnhof zum Dom eröffnet. Verantwortlicher Architekt damals: Schallers Sohn Christian.
2009 ging es weiter. Der Rat der Stadt Köln beschloss die Entwicklung eines städtebaulichen Gesamtkonzepts für die Domumgebung. In vier Bauabschnitten rund um den Dom soll dieses nun weiter realisiert werden.
Der erste Bauabschnitt ist bereits fertig: Die östliche Domumgebung zwischen Kurt-Hackenberg-Platz und Hauptbahnhof, dem Tunnel "Am Domhof" und der Dionysoshof/Baptisterium wurden neu gestaltet. 2013 wurden auch an der nördlichen Domseite die Betonpilze Fritz Schallers abgerissen. Übrig blieben hier aber noch die Balkone unterhalb der Pilze. Diese werden nun abgerissen.
Während der Bauzeit wird die Domplatte im Bereich des Baufelds für den Fußverkehr gesperrt werden. Fußgänger werden dann knapp zwei Jahre lang von der Trankgasse auf eine Baustelle vor dem Dom blicken. Danach soll es dann schöner sein, denn nicht nur das Geländer wird neu gestaltet, sondern auch die Treppenrampe und die Zugänge zu Tiefgarage und U-Bahn.