Predigten

"Alle Christen sind berufen, Friedensbringer zu sein" – Predigt von Rainer Maria Kardinal Woelki

Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat beim Internationalen Soldatengottesdienst im Kölner Dom über Frieden und das Recht auf Selbstverteidigung in seiner Predigt gesprochen. 

Der Kölner Erzbischof stellte den Friedensgruß als Ausdruck eines tiefen menschlichen Grundbedürfnisses vor. Die Realität von Krieg und Gewalt widerspreche diesem Wunsch vielfach. Gewalt entspreche niemals dem Willen Gottes; wörtlich betonte er, ein sogenannter "Heiliger Krieg" sei eine "Perversion". Zugleich erklärte Woelki, dass militärische Verteidigung gegen ungerechte Aggression unter bestimmten Umständen erlaubt sein könne. Christen – auch Soldaten – seien jedoch immer zu mehr berufen: Friedensbringer zu sein. Der Friede Christi sei mehr als Waffenstillstand, sondern beginne im Herzen. 

Mit Jesu Worten "Frieden hinterlasse ich euch, MEINEN Frieden gebe ich euch“ unterstrich Woelki, dass wahrer Friede aus Versöhnung mit Gott wachse und Gerechtigkeit, Wahrheit und Liebe einschließe. "Der Friede des Menschen mit Gott, der Friede des Menschen mit sich im eigenen Herzen, der Friede der Menschen untereinander, all das gehört zusammen." Christen sollen sich von diesem Frieden prägen lassen und ihn verantwortungsvoll in die Welt tragen, der Kölner Erzbischof. 

Zum Internationalen Soldatengottesdienst laden seit 1977 das Katholische Militärbischofsamt und die Katholische Militärseelsorge ein. Die Feier knüpft an den Weltfriedenstag an, den die katholische Kirche am 1. Januar begeht. 

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