Konferenz Europäischer Kirchen stellt sich hinter Grönland

Warnung vor Machtmissbrauch

Nicht nur viele europäische Politiker, auch christliche Kirchenvertreter stützen Grönlands Autonomie angesichts von anhaltenden Begehrlichkeiten des US-Präsidenten. So warnt ihn die Konferenz Europäischer Kirchen vor Machtmissbrauch.

Nuuk in Grönland / © Chris Christophersen (shutterstock)
Nuuk in Grönland / © Chris Christophersen ( shutterstock )

Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) hat Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu einer möglichen Aneignung Grönlands kritisiert. Solche Aussagen untergrüben die Prinzipien des friedlichen Zusammenlebens, des gegenseitigen Respekts und der internationalen Zusammenarbeit, heißt es in einem am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Schreiben des Generalsekretärs Frank-Dieter Fischbach.

Über die Zukunft Grönlands könne allein die Bevölkerung selbst entscheiden, hieß es weiter. Jede Statusänderung ohne deren Zustimmung verstoße gegen internationales Recht, darunter die UN-Charta und das Recht auf Selbstbestimmung. Zugleich werde die territoriale Integrität des Königreichs Dänemark missachtet.

Warnung vor Machtmissbrauch

Die Kirchenvertretung erklärte ihre Solidarität mit der Bevölkerung und den Kirchen in Grönland und sagte Gebete für Frieden, Würde und den Schutz der Autonomie zu. Unter Verweis auf die europäische Geschichte warnte die KEK vor dem Missbrauch von Macht, wenn stärkere Staaten versuchten, kleinere Völker zu dominieren. Solche Entwicklungen hätten wiederholt zu Unrecht und Leid geführt.

Der Kirchenbund bekräftigte seine Unterstützung insbesondere für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Grönland. Die KEK ist ein Zusammenschluss von nach eigenen Angaben zurzeit 114 evangelischen, anglikanischen und orthodoxen Kirchen.

Europa und USA wegen Grönland auf Kollisionskurs

Im Streit um Grönland hat US-Präsident Donald Trump Dänemark erneut vorgeworfen, nicht genug gegen die Bedrohung der arktischen Insel durch Russland zu tun. Seit zwei Jahrzehnten warne die Nato Dänemark vor der "russischen Bedrohung", schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. "Leider war Dänemark bisher nicht in der Lage, etwas dagegen zu unternehmen. Jetzt ist es an der Zeit, und es wird erledigt werden!!!" Trump ließ offen, welche konkreten Schritte er meint.

Dänische Soldaten im Hafen von Nuuk, Grönland / © Mads Claus Rasmussen (dpa)
Dänische Soldaten im Hafen von Nuuk, Grönland / © Mads Claus Rasmussen ( dpa )
Quelle:
KNA