Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) hat Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu einer möglichen Aneignung Grönlands kritisiert. Solche Aussagen untergrüben die Prinzipien des friedlichen Zusammenlebens, des gegenseitigen Respekts und der internationalen Zusammenarbeit, heißt es in einem am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Schreiben des Generalsekretärs Frank-Dieter Fischbach.
Über die Zukunft Grönlands könne allein die Bevölkerung selbst entscheiden, hieß es weiter. Jede Statusänderung ohne deren Zustimmung verstoße gegen internationales Recht, darunter die UN-Charta und das Recht auf Selbstbestimmung. Zugleich werde die territoriale Integrität des Königreichs Dänemark missachtet.
Warnung vor Machtmissbrauch
Die Kirchenvertretung erklärte ihre Solidarität mit der Bevölkerung und den Kirchen in Grönland und sagte Gebete für Frieden, Würde und den Schutz der Autonomie zu. Unter Verweis auf die europäische Geschichte warnte die KEK vor dem Missbrauch von Macht, wenn stärkere Staaten versuchten, kleinere Völker zu dominieren. Solche Entwicklungen hätten wiederholt zu Unrecht und Leid geführt.
Der Kirchenbund bekräftigte seine Unterstützung insbesondere für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Grönland. Die KEK ist ein Zusammenschluss von nach eigenen Angaben zurzeit 114 evangelischen, anglikanischen und orthodoxen Kirchen.