DOMRADIO.DE: Sie bieten im Rahmen der Düsseldorfer Valentinswochen an diesem Donnerstagabend (22.01.2026) um 20 Uhr in der Kirche St. Andreas in der Düsseldorfer Altstadt einen Gottesdienst nur für Singles im Alter zwischen 25 und 50 Jahren an. Manche Menschen sind ganz bewusst alleine, andere ungewollt. Wie bekommen Sie die beiden Singles-Zielgruppen in diesem Gottesdienst unter einen Hut?
Pater Elias Füllenbach OP (Dominikanerkloster St. Josef in Düsseldorf): Uns geht es erst mal darum, dass man das Single-Dasein nicht nur negativ betrachtet. Wie Sie schon sagten, gibt es Menschen, die gerne allein sind oder freiwillig als Singles leben.
In Düsseldorf sind das meines Wissens fast 50 Prozent aller Haushalte. Diese Gruppe von Menschen kommt in der Kirche und im Gottesdienst meistens gar nicht vor. Wir haben in vielen Pfarrgemeinden gute Angebote für Familien mit Kindern. Wir haben Angebote für Jugendliche oder für ältere Menschen, aber für diese Gruppe zwischen 25 und 50 gibt es kaum Angebote.
DOMRADIO.DE: Sie bieten aber was an: "Come, pray and drink together", also "Komm, bete und trinkt miteinander", ist das Motto am Donnerstagabend. Es bleibt also nicht beim Gottesdienst. Ihr Ziel ist es, ein nettes Beisammensein zu schaffen. Wie läuft der Abend ab?
Pater Elias: Wir haben einen meditativen Gottesdienst, der bewusst so gestaltet ist, dass man nach einem harten Arbeitstag ein bisschen zur Ruhe kommen kann. Ein ganz dichter Moment ist zum Beispiel immer, wenn die Teilnehmenden eigene Fürbitten formulieren und wir sie vortragen. Danach gibt es ein nettes Beisammensein bei Getränken im Andreas-Saal, wo man sich auch begegnet und etwas miteinander spricht. Das ist sehr schön.
DOMRADIO.DE: Sie machen das schon einige Jahre. Ist es denkbar, als Single in den Gottesdienst zu gehen und als Paar wieder rauszukommen, oder wäre das zu viel verlangt?
Pater Elias: Natürlich lernen sich Menschen bei uns kennen. Aber es ist nicht das Ziel unseres Gottesdienstes, eine Partnerbörse zu sein. Wir wollen einfach Menschen, denen der Glaube wichtig ist und die sich für Gott interessieren, zusammenbringen.
Es hat sich nach den ersten Malen schon eine WhatsApp-Gruppe gebildet, in der sich die Leute zum Teil auch untereinander zum Pizzaessen verabreden. Es ist schön, wenn man gegen die Einsamkeit, die es in dieser Altersgruppe auch geben kann, etwas unternimmt.
Das Interview führte Carsten Döpp.