Pilgerexpertin berichtet von ihrer Wanderung

Einsame Etappen und kleine Freuden

Pilgerexpertin Beate Steger berichtet von ihrer Wanderung in Spanien. Einsame Etappen, kaum Rastmöglichkeiten und der wohlverdiente Kaffee am Ende jeder Strecke. Einblicke in Vorbereitung und kleine Freuden unterwegs.

Autor/in:
Hilde Regeniter
Erfahrungsberichte, Praxishandbücher, Wanderführer - es gibt viel Lesestroff rund ums Pilgern / © roubicko (shutterstock)
Erfahrungsberichte, Praxishandbücher, Wanderführer - es gibt viel Lesestroff rund ums Pilgern / © roubicko ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: Kann ich mir in jeder Herberge einen Kaffee oder Tee zum Mitnehmen machen? 

Beate Steger (DR)
Beate Steger / ( DR )

Beate Steger (Pilgerexpertin): In Herbergen mit Küche ist das auf jeden Fall möglich. Die Herbergsleitungen sind meist sehr freundlich und offen, sie wissen, was Pilgerinnen und Pilger brauchen. Einfach nachfragen, ob man heißes Wasser für die Thermosflasche bekommt und man kann den Tee selbst zubereiten. 

DOMRADIO.DE: Und unterwegs, wie ist die Versorgung dort? 

Steger: Das hängt immer davon ab, wo man unterwegs ist. In Spanien zum Beispiel kommt man oft durch Orte, in denen es die typischen Kaffee-Bars gibt, in denen morgens oder nachmittags viel los ist und sich die Leute zum Kaffee treffen. Dort kann man auf jeden Fall einkehren. In anderen Ländern, auch in Deutschland, muss man dagegen genau schauen, wo man hinkommt, gerade in unbewohnten Gegenden. In Spanien habe ich sogar schon Automaten gesehen, an denen man sich etwas holen kann. 

DOMRADIO.DE: Auf so einer Pilgertour trägt man ja alles selbst, auch Wasserflaschen und vielleicht eine Thermoskanne. Wie viel Flüssigkeit sollte man denn dabeihaben?

Steger: Dabei gilt: vorher prüfen, ob man durch Orte kommt, wo man einkaufen kann. Wenn nicht, sollte man lieber etwas mehr mitnehmen, denn während der Wanderung geht die Flüssigkeit natürlich nach und nach zur Neige. 

DOMRADIO.DE: Beim Pilgern freut man sich sicher zwischendurch über eine Tasse Kaffee. Bei Ihrer Tour vor ein paar Wochen war es für dich, aber gar nicht so einfach, etwas Warmes zu trinken. Woran lag das? 

Steger: Ich war auf der Via Augusta unterwegs, zwischen Cádiz und Sevilla in Andalusien in Spanien. Auf den sieben Etappen von unserem Startpunkt bis zum Ziel gab es unterwegs nichts, nicht einmal einen Stein, auf dem man hätte sitzen können, geschweige denn eine Bank. An eine Kaffeebar gar nicht erst zu denken. 

Symbolbild Pilgern / © encierro (shutterstock)

DOMRADIO.DE: Warst du gut vorbereitet? 

Steger: Ich habe immer eine Trinkblase dabei, mit fast anderthalb Liter Wasser. Das ist zwar kalt, aber immerhin habe ich etwas zu trinken. Damit kam ich gut durch die Etappen. Einmal sind wir 28 Kilometer gelaufen, sonst im Durchschnitt etwa 20. Am Ende jeder Etappe gab es dann den wohlverdienten Kaffee.

DOMRADIO.DE: Ist es nicht ziemlich trist, wenn man allein unterwegs ist und weder eine warme Unterkunft noch eine Möglichkeit für eine kleine Pause im Freien hat?

Steger: Ich war sehr froh, dass ich nicht allein unterwegs war. Grundsätzlich bin ich eine große Verfechterin davon, ab und zu allein zu pilgern, das finde ich auch wichtig. Aber in diesem speziellen Fall hätte ich nach drei Tagen wahrscheinlich aufgegeben, weil die Strecke dazwischen einfach sehr eintönig war. Die Orte selbst waren wunderschön, die Menschen großartig und die Feste, die rund um Dreikönig gefeiert wurden, auch. Aber das Pilgern an sich empfand ich zwischen den Etappen schon als ziemlich trist.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

Pilgergebet

Herr und Gott! Du hast uns geschaffen, zu einer Lebensreise hin zu Dir. Über Berg und Tal, durch Freude, Sorge und Not geht jeder von uns seinen Weg. Die Heiligen Drei Könige sind Vorbild dieser Wanderschaft. Ihr Glaube, ihr Wissen und ihre Zielstrebigkeit führten sie durch alle Fährnisse des Weges hin zu Dir. Sie sahen Dich, knieten nieder, brachten ihre Geschenke und beteten Dich an. Sie waren erfüllt von Freude, Dich zu finden. 

Pilger beten vor einem Kreuz / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Pilger beten vor einem Kreuz / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
DR

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