Die anhaltenden Überfälle auf Dörfer und Siedlungen im Südosten Nigerias sind nach Meinung eines katholischen Bischofs aus der Region trotz anderslautender Darstellungen doch islamistisch motiviert.
Wilfred Anagbe, seit 2015 Bischof von Makurdi, sagte der italienischen katholischen Tageszeitung "Avvenire": "Die Fulani-Terroristen suchen die Menschen Haus für Haus heim, sie verbrennen Dörfer und vertreiben Menschen." Und weiter: "Als Bischof sage ich: Da ist ein Völkermord an Christen im Gang."
Weiter führte der Oberhirte des 1,5 Millionen Katholiken zählenden Bistums aus: "Es sind Tausende Christen getötet und Zehntausende vertrieben worden. Mein Bistum hat 21 Pfarreien verloren, weil sie nach den Angriffen nicht mehr zugänglich sind und die Fulani sich statt der christlichen Bewohner dort niedergelassen haben."
Ein "Dschihad"
Anagbe hatte bereits 2022 vor dem EU-Parlament gesagt, im nigerianischen Bundesstaat Benue, in dem sein Bistum liegt, finde ein "Dschihad" statt. In dem am Montag veröffentlichten Interview sprach er zudem von einer "klaren und geplanten Agenda, Zentralnigeria zu islamisieren".
Den Gouverneur des Bundesstaats Benue, den suspendierten katholischen Priester Hyacinth Alia, beschuldigte der Bischof in dem Interview, er habe sich der "politisch korrekten" Deutung der Vorgänge angepasst, wonach es sich nicht um einen religionspolitischen Konflikt handle.