Religionsbeauftragter fordert Religionsfreiheit für Christen im Iran

Gedanken bei verfolgten Gläubigen

Der Religionsbeauftragte der Bundesregierung kritisiert den Umgang des Irans mit Gläubigen. Vor allem die Lage der Bahai mache ihm Sorgen. Denn die Gemeinschaft ist massiven systematischen Repressionen und Verfolgungen ausgesetzt.

Thomas Rachel, Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit / © Tobias Koch (Auswärtiges Amt)
Thomas Rachel, Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit / © Tobias Koch ( Auswärtiges Amt )

Der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel (CDU), fordert den Iran auf, die Menschenrechte einzuhalten und das Recht auf Religionsfreiheit zu garantieren. Am Weltreligionstag seien seine Gedanken bei allen, die im Iran aufgrund ihres Glaubens unterdrückt und verfolgt würden, schrieb er am Sonntag in den Sozialen Medien.

"In den letzten Wochen haben mutige Menschen in Iran von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch gemacht", fügte er hinzu. Vor allem die Bahai-Gemeinde werde immer stärker verfolgt - durch Razzien, Verhaftungen und teils jahrelange Haftstrafen.

Weltreligionstag seit 1950

Rachel erklärte weiter: "Ich rufe die Islamische Republik dazu auf, die Verfolgung der Bahai, Christen und anderer Minderheiten zu beenden und Religionsfreiheit in Iran für alle zu garantieren."

Heiligtum der Bahai in Haifa, Israel / © Leonid Andronov (shutterstock)
Heiligtum der Bahai in Haifa, Israel / © Leonid Andronov ( shutterstock )

Der Weltreligionstag wurde 1950 als Aktionstag von der Nationalen Geistlichen Versammlung der Bahai der Vereinigten Staaten ins Leben gerufen. Er wird immer am dritten Sonntag im Januar begangen und soll die Gemeinsamkeiten der Weltreligionen in den Mittelpunkt stellen und Werte wie Respekt und Toleranz fördern.

Was ist die Bahai-Religion?

Die Bahai-Religion wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Persien gestiftet. Das Bahaitum, aus dem schiitischen Islam hervorgegangen, versteht sich als jüngste monotheistische Offenbarungsreligion und vertritt die Idee der Einheit der Menschheit. Alleinvertretungs- und Absolutheitsansprüche werden abgelehnt. Aufgabe der Religionen in der heutigen Zeit sei es, Frieden und Verständigung zu stiften.

Heute zählt die Gemeinschaft rund sechs Millionen Anhänger weltweit. Das geistige Zentrum befindet sich in Haifa in Israel, in Deutschland leben nach eigenen Angaben rund 6.000 Bahai.

In ihrem Ursprungsland Iran bilden die Bahai die größte religiöse Minderheit, die dort seit 1983 als Religionsgemeinschaft verboten ist. Ihre Anhänger sind dort massiven systematischen Repressionen und Verfolgungen ausgesetzt.

Quelle:
KNA