In der Kapitelsmesse am zweiten Sonntag im Jahreskreis verband Domkapitular Christoph Ohly den johanneischen Anfang "Im Anfang war das Wort“ mit der Szene am Jordan, die Gegenstand des Sonntagsevangelium aus dem Johannesevangelium ist. Johannes der Täufer sieht Jesus und bezeichnet ihn als das "Lamm Gottes".
Ohly erklärte, dass sich der ganze Heilsweg Gottes zwischen Schöpfung und Taufe Jesu spanne: Das Wort sei "Fleisch geworden" und stehe nun mitten unter den Menschen. Der Glaube beginne nicht mit Argumenten, sondern mit der Einladung "Seht“, also mit der Begegnung mit Christus.
Johannes der Täufer zeige auf "das Lamm Gottes", das für hingebende, gewaltlose Liebe stehe und "die Sünde der Welt hinwegnimmt“. Damit sei nicht nur persönliche Schuld, sondern auch die Trennung der Christen gemeint. Denn Einheit sei Wesenskern der Kirche. Die Aussage "Ich kannte ihn nicht" lehre Demut: Erkenntnis sei Geschenk. Einheit wachse im Gebet und durch den Geist, nicht durch Diplomatie. In Taufe und Geist seien Christen bereits verbunden und gerufen, gemeinsam auf Christus zu verweisen.
An diesem Sonntag startet die Gebetswoche für die Einheit der Christen.