Heilige Pforte am Petersdom vermauert

Mit den Wappen zweier Päpste

Am 6. Januar zog Leo XIV. das Portal rechts am Petersdom zu: Das Heilige Jahr ist offiziell beendet. Nun wurde die Heilige Pforte auch zugemauert; mit 32.000 Steinen - und den Insignien zweier Päpste.

Papst Leo XIV. schließt die Heilige Pforte im Petersdom und beendet das Heilige Jahr 2025, am 6. Januar 2026 im Vatikan. / © Franco Origlia/Vatican Pool/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. schließt die Heilige Pforte im Petersdom und beendet das Heilige Jahr 2025, am 6. Januar 2026 im Vatikan. / © Franco Origlia/Vatican Pool/Romano Siciliani ( KNA )
Archiv: Die Heilige Pforte wurde am 3. Dezember 2024 geöffnet im Rahmen des "recognitio" Ritus an der Heiligen Pforte der der Lateranbasilika in Rom  / © Romano Siciliani (KNA)
Archiv: Die Heilige Pforte wurde am 3. Dezember 2024 geöffnet im Rahmen des "recognitio" Ritus an der Heiligen Pforte der der Lateranbasilika in Rom / © Romano Siciliani ( KNA )

Das "Zwei-Päpste-Jahr" bringt nun auch eine Besonderheit für die Heilige Pforte am Petersdom: In der Bronzekapsel, die traditionell in die Wand vor dem Portal eingemauert wird, befinden sich ausnahmsweise die Medaillen sowohl von Papst Franziskus (2013-2025) als auch von seinem am 8. Mai 2025 gewählten Nachfolger Leo XIV., wie Vatikan-Medien berichten. Zudem sind die Wappen beider Päpste in die Kapsel eingraviert.

Dass ein Papst während eines Heiligen Jahres starb, gab es zuvor lediglich im Jahr 1700. Es wurde von Innozenz XII. eröffnet und von Clemens XI. beendet.

Mauer aus 32.000 Ziegeln

Kardinal Mauro Gambetti / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Kardinal Mauro Gambetti / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Die letzte Zeremonie zum Ende des katholischen Festjahres am Freitagabend leitete Kardinal Mauro Gambetti, Erzpriester des Petersdoms. Die Mauer im Innern der Basilika errichteten die Arbeiter ​​der Vatikanischen Dombauhütte, die sogenannten "Sanpietrini", aus etwa 3.200 Ziegeln. Zuletzt schoben Gambetti und der päpstliche Zeremonienmeister Erzbischof Diego Ravelli die Metall-Kapsel in eine Auslassung in der Mauer. Die sogenannte Capsa war in einen Bleibehälter eingesetzt, der verlötet und versiegelt wurde.

Feierliche Eröffnung der Fußgängerzone am 23. Dezember 2024 in Rom / © Romano Siciliani (KNA)
Feierliche Eröffnung der Fußgängerzone am 23. Dezember 2024 in Rom / © Romano Siciliani ( KNA )

Der bronzene Schrein enthält den Schlüssel der Heiligen Pforte, die Urkunde über ihre Öffnung und Schließung sowie mehrere Münzen aus den Pontifikaten von Franziskus, der das Heilige Jahr am 24. Dezember 2024 eröffnete und am 21. April starb, sowie von Leo XIV., der die Heilige Pforte am 6. Januar schloss.

Heiliges Jahr auch zeremoniell abgeschlossen

Damit ist das Heilige Jahr 2025 der katholischen Kirche auch zeremoniell abgeschlossen. Bereits in den vergangenen Tagen waren die Heiligen Pforten an Santa Maria Maggiore, der Lateranbasilika und Sankt Paul vor den Mauern zugemauert worden, bevor der Petersdom den Abschluss bildete.

Die Öffnung der Heiligen Pforten an den vier Papstbasiliken gilt als äußeres Zeichen des Heiligen Jahres. Normalerweise sind sie von außen verschlossen und von innen zugemauert.

Das nächste Heilige Jahr findet regulär 2050 statt. Doch schon für 2033 hat Papst Leo XIV. ein großes Festjahr aus Anlass des Todes und der Auferstehung von Jesus Christus vor 2.000 Jahren angekündigt. Ob dies als außerordentliches Heiliges Jahr der katholischen Kirche samt Öffnung der Heiligen Pforten begangen wird, ist noch nicht entschieden.

Das Heilige Jahr 2025 zog zahlreiche Gläubige wie Touristen an. Rund 33,5 Millionen Menschen kamen den Angaben zufolge nach Rom.

Heiliges Jahr

Das Heilige Jahr ist ein Jubiläumsjahr in der katholischen Kirche. Es wird regulär alle 25 Jahre begangen. Das Heilige Jahr 2025 stand unter dem Motto "Pilger der Hoffnung". Einen Ablass von Sündenstrafen können Pilger dabei nicht nur bei Wallfahrten an eine der heiligen Stätten des Jubiläums oder eine der vier großen päpstlichen Basiliken in Rom erhalten, sondern auch beim Besuch der Verkündigungskirche in Nazareth, der Geburtskirche in Bethlehem oder der Grabeskirche in Jerusalem.

Pilger gehen durch die Heilige Pforte (2015) / © Cristian Gennari (KNA)
Pilger gehen durch die Heilige Pforte (2015) / © Cristian Gennari ( KNA )
Quelle:
KNA