Die Kirche habe die Aufgabe, die Menschen auf dem Weg durch das Leben hin zu Gott zu begleiten, sagte Rottler laut Manuskript am Samstag in Eichstätt. Diesen pastoralen Auftrag müsse die Kirche immer im Blick behalten, auch "wenn die Ressourcen knapper werden".
Rottler ergänzte: "Auf keinen Fall darf sich die Kirche, dürfen wir uns als Christinnen und Christen aus diesem Dasein für die Welt und die Menschen zurückziehen. Unsere Caritas hat sich diesem Auftrag, nahe bei den Menschen zu sein, besonders bei denen, die in Not geraten sind, besonders verschrieben."
Rottler rief zudem zur Teilnahme an den Pfarrgemeinderatswahlen im März auf. Der Pfarrgemeinderat sorge dafür, dass das kirchliche Leben in der Pfarrei lebendig bleibe. Die Mitarbeit in dem Gremium sei ein konkreter Ausdruck, die Berufung aus Taufe und Firmung zu leben.
Werbung für Kommunalwahlen
Als Diözesanadministrator führt Rottler das Bistum Eichstätt übergangsweise, bis dieses einen neuen Bischof bekommt. Der bisherige Bischof Gregor Maria Hanke war an Pfingsten 2025 in den Ruhestand getreten. Rottler äußerte sich beim Neujahrsempfang des Diözesanrats der Katholiken.
Dessen Vorsitzender Christian Gärtner sprach laut Manuskript die ebenfalls für März geplanten Kommunalwahlen an. Diese seien wichtig, da sich die Zukunft der demokratisch-freiheitlichen Gesellschaft vor Ort entscheide. Gärtner, der auch dem höchsten katholischen Laiengremium im Freistaat vorsteht, dem Landeskomitee der Katholiken, rief zudem zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags auf.
Mut-Appell
Überdies mahnte Gärtner Christen zum Mut, die Menschenwürde, die Demokratie und den Rechtsstaat zu verteidigen. "Es braucht Mut, gegen alle politischen Strategien der Abgrenzung und Ausgrenzung, das christliche Ideal der einen Menschheitsfamilie lebendig zu halten."
Gärtner betonte, "Fürchtet Euch nicht!" sei die Botschaft der christlichen Hoffnung wider alle Hoffnungslosigkeit, auch angesichts von Gewalt, Terror und Krieg. "Wir dürfen natürlich nicht bei diesem Aufruf zur Furchtlosigkeit allein stehen bleiben." Aber er sei die erste angemessene Antwort von Christen auf jede Form von Angst und Unsicherheit, da diese dann ins Leere laufe. "Das bedeutet nicht, die Augen vor Problemen zu verschließen. Es bedeutet, sich ihnen ohne Angst zu stellen." Gärtner ergänzte: "Menschlichkeit muss der zentrale Maßstab allen politischen Handelns sein."