Bistum Regensburg verbietet Nutzung des Namens "Papst Benedikt XVI."

Exklusivrechte an der Nutzung

Ein nicht-kirchlicher Verein aus Bayern trägt den Namen "Papst Benedikt XVI." im Titel. Das Bistum Regensburg hat dagegen erfolgreich geklagt. Eine Änderung des Namens blieb jedoch bisher aus. Das kann für den Verein nun Folgen haben.

Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006 / © Alessia Pierdomenico (shutterstock)
Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006 / © Alessia Pierdomenico ( shutterstock )

Eine rechtliche Auseinandersetzungen zwischen dem Bistum Regensburg und einem Verein namens "Papst Benedikt der XVI. Apostolische Mission" mit Sitz in Landshut beschäftigen die bayerische Justiz. Das bestätigten die Diözese und deren Anwalt Andreas Boele der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Zuvor hatte die "Landshuter Zeitung" berichtet.

Regensburg / © saiko3p (shutterstock)

Bei der Auseinandersetzung geht es um den Namen des Vereins. Dieser war dem Bistum laut Boele im Frühjahr 2024 aufgefallen. Die Diözese habe die Exklusivrechte an der Nutzung des Namens "Papst Benedikt XVI."; sie ist etwa Trägerin des "Instituts Papst Benedikt XVI.", das die Schriften des Werkes Joseph Ratzingers/Benedikt XVI. wissenschaftlich erforscht. Daher habe sie den Verein kontaktiert.

Keine Verbindungen zu Bistum und Kirche

Der Verein hat dem Anwalt zufolge weder mit der Diözese noch mit der katholischen Kirche überhaupt etwas zu tun. Laut Boele besteht er aus Personen, vermutlich ukrainischer Staatsbürgerschaft, die alle derselben Familie angehören dürften. Der Zeitung zufolge will er Menschen unterstützen, die durch den Krieg in der Ukraine gefährdet oder anderweitig von ihm betroffen sind - darunter Verfolgte, Flüchtlinge und Kriegsopfer.

Da der Verein auf den Kontaktversuch nicht reagiert habe, habe man ein Verfahren beim Landgericht Landshut angestrengt. Dieses urteilte laut Boele, dass der Verein seinen Namen ändern muss und den Namen des Papstes nicht mehr verwenden darf. Daraufhin habe der erste Vorstand des Vereins eine Kopie des Protokolls einer Mitgliederversammlung vorgelegt, wonach diese am 24. Juni 2025 beschlossen habe, den Namen in "Bayerische Seligsprechungsmission e.V." zu ändern. Ein Blick ins Vereinsregister zeigt allerdings, dass dies bis heute nicht umgesetzt wurde.

Insolvenzverfahren droht

Um die Namensänderung durchzusetzen, wurde laut Boele ein Antrag auf Zwangsgeld sowie auf Verhängung eines Ordnungsgeldes wegen der fortdauernden Nutzung des Namens gestellt. Diesen Anträgen habe das Landgericht Landshut stattgegeben. Sollte die Vollstreckung erfolglos bleiben, wovon laut Boele auszugehen ist, will er der Diözese empfehlen, ein Insolvenzverfahren über das Vereinsvermögen zu initiieren, um so die Löschung des Vereins aus dem Register bewirken zu können.

Der Verein reagierte auf eine Anfrage der KNA nicht. Dem Zeitungsbericht zufolge gehörte ihm überdies ein Haus am Landshuter Hofberg, das kurz vor Weihnachten abbrannte. Das bestätigte das Amtsgericht Landshut der KNA. Demnach hat der Verein die Kaufsumme nie bezahlt. Die bisherigen Eigentümer hätten nun ein Zwangsversteigerungsverfahren beantragt. Laut Gericht ist noch kein Termin dafür absehbar. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag. Wie es mit der Brandruine weitergeht, ist offen.

Bistum Regensburg

Das Bistum Regensburg gehört zu den ältesten Bistümern Deutschlands und ist flächenmäßig das größte in Bayern.

739 erhob der Heilige Bonifatius Regensburg zum Bistum. Im Laufe der Geschichte des Bistums wirkten hier die Heiligen Wolfgang, Emmeram, Erhard und Albertus Magnus als Bischöfe. Weitere bedeutende Bischöfe waren Johann Michael Sailer, Georg Michael Wittmann, Michael Buchberger und der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Kardinal Müller.v

Regensburger Dom / © Dmitry Naumov (shutterstock)
Quelle:
KNA