Der Oberammergauer Musiker und Songwriter Maximilian "Maxi" Pongratz (39) hat nach eigener Aussage früher mit anderen Kindern die Passion nachgespielt.
"Es ist halt so, wenn die Großen an der Passion teilnehmen, dann kopieren das auch die Jungen in Eigenregie, das ist eine Art unausgesprochene Tradition", sagte Pongratz in einem im "Straubinger Tagblatt" veröffentlichten Interview. Und weiter: "Wir haben uns als Kinder vorm Garagentor gegeißelt, Kreuzigungen nachgespielt. Und Judas hat sich im Apfelbaum 'erhängt'."
Um dieses kindliche Nachspielen der Passion gehe es auch in seinem Lied "Früher als Kind". Damals habe er erstmals realisiert, wie nahe Ernsthaftigkeit und Komik miteinander verbunden sein könnten.
Teilnahme an richtigen Passionsspielen
Er habe aber auch schon dreimal an den richtigen Passionsspielen in Oberammergau teilgenommen, sagte Pongratz. "Nur beim letzten Mal habe ich geschwänzt. Aber 2030 muss ich eigentlich wieder mitmachen, es könnte ja sein, dass die Passion das letzte Mal unter der Leitung von Christian Stückl stattfindet. Der war und ist ein Riesensegen für Oberammergau." Eine tragende Rolle auf der Bühne werde dieser ihm aber nicht zuteilen, so Pongratz. "Dafür bin ich ihm zu lustig."
Der Ursprung der Oberammergauer Passionsspiele geht auf ein Gelübde aus dem Jahr 1633 zurück, in dem die Bürger versprachen, alle zehn Jahre das Leiden, Sterben und die Auferstehung Christi darzustellen. Damit wollten sie die damals wütende Pest von ihrem Dorf abwenden. Diese Tradition soll 2030 zum 43. Mal fortgeführt werden. Sie zählt heute zu den bedeutendsten religiösen und kulturellen Ereignissen in Deutschland. Erwartet werden rund 450.000 Zuschauer aus der ganzen Welt.