Musiker Pongratz blickt auf Kindheit und Oberammergauer Passion

Kindliche Passionserinnerungen

Wer im bayerischen Oberammergau aufwächst, kommt an den weltberühmten Passionsspielen nicht vorbei. So geht es auch dem Musiker Maximilian Pongratz, der einen Song darüber geschrieben hat. Als Kind hat er die Spiele nachgestellt.

Theater in Oberammergau / © Adwo (shutterstock)

Der Oberammergauer Musiker und Songwriter Maximilian "Maxi" Pongratz (39) hat nach eigener Aussage früher mit anderen Kindern die Passion nachgespielt. 

"Es ist halt so, wenn die Großen an der Passion teilnehmen, dann kopieren das auch die Jungen in Eigenregie, das ist eine Art unausgesprochene Tradition", sagte Pongratz in einem im "Straubinger Tagblatt" veröffentlichten Interview. Und weiter: "Wir haben uns als Kinder vorm Garagentor gegeißelt, Kreuzigungen nachgespielt. Und Judas hat sich im Apfelbaum 'erhängt'."

Um dieses kindliche Nachspielen der Passion gehe es auch in seinem Lied "Früher als Kind". Damals habe er erstmals realisiert, wie nahe Ernsthaftigkeit und Komik miteinander verbunden sein könnten.

Teilnahme an richtigen Passionsspielen

Er habe aber auch schon dreimal an den richtigen Passionsspielen in Oberammergau teilgenommen, sagte Pongratz. "Nur beim letzten Mal habe ich geschwänzt. Aber 2030 muss ich eigentlich wieder mitmachen, es könnte ja sein, dass die Passion das letzte Mal unter der Leitung von Christian Stückl stattfindet. Der war und ist ein Riesensegen für Oberammergau." Eine tragende Rolle auf der Bühne werde dieser ihm aber nicht zuteilen, so Pongratz. "Dafür bin ich ihm zu lustig."

Der Ursprung der Oberammergauer Passionsspiele geht auf ein Gelübde aus dem Jahr 1633 zurück, in dem die Bürger versprachen, alle zehn Jahre das Leiden, Sterben und die Auferstehung Christi darzustellen. Damit wollten sie die damals wütende Pest von ihrem Dorf abwenden. Diese Tradition soll 2030 zum 43. Mal fortgeführt werden. Sie zählt heute zu den bedeutendsten religiösen und kulturellen Ereignissen in Deutschland. Erwartet werden rund 450.000 Zuschauer aus der ganzen Welt.

Oberammergauer Passionsspiele

Die Oberammergauer Passionsspiele gehen auf ein Gelübde von 1633 zurück. Damals versprachen die Bürger des oberbayerischen Ortes regelmäßig das Leiden und Sterben Jesu auf die Bühne zu bringen, sofern niemand mehr an der Pest sterben sollte. An Pfingsten 1634 wurde dafür erstmals die Bühne bereitet, über den Gräbern der Pesttoten. Ab 1680 ging die Gemeinde dazu über, die Aufführungen alle zehn Jahre stattfinden zu lassen.

Das Passionstheater in Oberammergau / © footageclips (shutterstock)
Das Passionstheater in Oberammergau / © footageclips ( shutterstock )
Quelle:
KNA