Erzbistum Köln fördert christliche Medienprojekte weltweit

Eine Stimme für viele Kontinente

"Kommunikation bedeutet, aus sich selbst herauszugehen". Dieses Zitat des verstorbenen Papst Franziskus dient der Abteilung Weltkirche und Dialog im Erzbistum Köln als Leitgedanke für ihren jetzt veröffentlichten Jahresbericht 2024.

Autor/in:
Johannes Schröer
Mikrofon, Kreuz und Bibel / © Chat Karen Studio (shutterstock)
Mikrofon, Kreuz und Bibel / © Chat Karen Studio ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: Das Erzbistum Köln hat seinen Jahresbericht "Weltkirche - Weltmission 2024" vorgestellt. Das Erzbistum unterstützt zum Beispiel Radio Veritas Asien, die Stimme des asiatischen Christentums. Was ist das für ein Radiosender?

Nadim Ammann (Leiter Diözesanstelle Weltkirche und Dialog im Erzbistum Köln): Radio Veritas ist vor bald 60 Jahren aus einer Idee von Bischöfen entstanden, die gesagt haben, man müsse schauen, wie man die frohe Botschaft zu den Menschen bringt.

In den ersten Jahren war Radio Veritas ein Ort der Begegnung, weil es Sprachdienste aus allen Ländern Asiens gab und aus manchen Ländern, wie zum Beispiel Myanmar, sogar mehrere, weil es dort unglaublich viele Sprachen gibt. Wenn man dort durch die Gänge ging, wurde man mit den entsprechenden Gewändern oder einem Snack aus der jeweiligen Kultur begrüßt. Da hat sich im Grunde ganz Asien bei Radio Veritas begegnet.

Das Besondere ist auch, dass unsere Erzbischöfe von Anfang an dabei waren. Das heißt, wir haben damals den Grundstein gelegt, als Radio Veritas aufgebaut wurde, und wir unterstützen Radio Veritas, seit es existiert.

Nadim Ammann, Leiter des der Diözesanstelle Welkirche-Weltmission im Erzbistum Köln (KNA)
Nadim Ammann, Leiter des der Diözesanstelle Welkirche-Weltmission im Erzbistum Köln / ( KNA )

DOMRADIO.DE: Radio Veritas will nicht nur zum Nachdenken über das Evangelium einladen. Es gibt ganz praktische Dinge, die Radio Veritas macht. Zum Beispiel nach der Erdbebenkatastrophe in Myanmar hat man auch ganz praktisch Spenden organisiert, oder?

Nadim Ammann

"Sie glauben nicht, wie viele Nicht-Christen eben auch Radio Veritas zuhören, weil die Programme so ansprechend sind".

Ammann: Ganz genau. Das ist das Besondere an den Radiosendern, die wir weltweit unterstützen. Natürlich gibt es die Möglichkeit, einer Messe am Sonntag zu folgen. 

Aber es gibt auch ganz triviale Sendungen. Da gibt es auch eine Koch-Show oder eine Unterhaltungs-Serie. Immer wird versucht, dabei etwas aus der frohen Botschaft zu vermitteln. Sie glauben nicht, wie viele Nicht-Christen auch Radio Veritas zuhören, weil die Programme so ansprechend sind. 

DOMRADIO.DE: Ein anderes Projekt gibt es in Kalkutta, da unterstützt das Erzbistum Mediennonnen. Was hat es denn mit den Mediennonnen auf sich? 

Ammann: Die Paulininnen sind als Mediennonnen bekannt. Der Begriff passt hervorragend, weil es deren Apostolat ist. Weltweit haben sie Buchläden. Mit diesen kommen sie in Kontakt mit den Menschen. Man versucht, mit diesem Apostolaten Menschen zu berühren, also diese frohe Botschaft, das gute Wort, zu vermitteln. Das ist der Auftrag dieser Mediennonnen. 

Sie gehen auch gegen Cybermobbing vor. Sie sind sich sehr wohl bewusst, was es alles Mögliche an schlechten Sachen gibt, und versuchen mit ihrem Apostolat, das Gegenteil zu erreichen. Ihr Medienapostolat sind die Buchläden, aber natürlich nutzen sie auch die modernen Medien wie Podcasts und so weiter. Da ist gerade die jüngere Generation der Schwestern sehr quirlig unterwegs.

DOMRADIO.DE: Dort, wo das Erzbistum Köln weltweit christliche Projekte unterstützt, geht es auch immer um Versöhnung und Zusammenhalt in der Gesellschaft. Im Libanon zum Beispiel gibt es ein wegweisendes Projekt, das Sie auch unterstützen. Was hat es damit auf sich?

Ammann: Da unterstützen wir den Fernsehsender SAT-7. Das ist ein Fernsehsender, der im gesamten arabischen Raum und darüber hinaus im persischen und im türkischen Raum Programme sendet. Wir haben ein Projekt initiiert, bei dem es darum ging, Geschichten von geflohenen jungen Menschen zu erzählen. Aus diesen Geschichten ist ein Buch entstanden. Sie haben ganz unterschiedliche Geschichten von jungen Leuten mit Fluchterfahrung gesammelt. Zum Beispiel berichten Syrer, wie sie im Libanon aufgenommen wurden und welche Probleme man erlebt hat. Daraus ist eine Art "Storytelling-Club" entstanden. Das ist insofern besonders, weil man bei einem Fernsehsender erst einmal an Nachrichten, Shows und Spielfilme denkt. Aber da haben sie wirklich etwas ganz Tolles realisiert.

Nadim Ammann

"Man muss ein bisschen aus sich herauskommen und dem anderen auf Augenhöhe begegnen, sich also auch in ihn hineinversetzen, um ihn besser verstehen zu können".

DOMRADIO.DE: Das sind nur einige Beispiele von vielen, wie das Erzbistum Köln weltweit unterstützt. Inwieweit zeigt sich hier Kirche in ihrer globalen, universellen Funktion, für alle Menschen und ganz besonders für die Ärmsten da zu sein?

Ammann: Man muss ein bisschen aus sich herauskommen und dem anderen auf Augenhöhe begegnen, sich also auch in ihn hineinversetzen, um ihn besser verstehen zu können. Damit meine ich unsere Partner, deren Kirchen oft viel ärmer sind als unsere Kirche in Deutschland und die auch oft mit viel ärmeren Menschen zu tun haben, die uns aber dennoch unheimlich viel sagen können.

Der Dialog findet bei uns ständig statt. Die Partner kommen oft in unsere Abteilung. Manchmal gibt es Tage, da geben sie sich die Klinke in die Hand. Da kommen sie aus allen möglichen Kontinenten. Es ist uns sehr wichtig, zu verstehen, wo das eigentliche Anliegen liegt, und das Gespräch mit unseren Partnern entsprechend zu führen. So können wir als Erzdiözese Köln ganz viel erreichen, indem wir unseren Partnern dort Hilfe anbieten, wo sie nötig ist.

Nadim Ammann

"Ich finde es großartig, dass wir diese Arbeit so machen können, weil man eigentlich nur voneinander lernen kann".

DOMRADIO.DE: Ihre Arbeit richtet sich auch immer gegen einen völkischen Nationalismus. Denn die Welt ist global, wir sind alle Menschen und die christliche Menschheitsfamilie gehört einfach zusammen?

Ammann: Das ist großartig an der katholischen Kirche, die als Weltkirche in dieser Art und Weise ganz besonders ist. Ich finde es wunderbar, dass wir diese Arbeit so machen können, weil man eigentlich nur voneinander lernen kann. Wir können zwar Geld geben, aber das Ganze macht ja nur Sinn, wenn wir uns gegenseitig unterstützen.

Das Interview führte Johannes Schröer.

Quelle:
DR

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