Zerstörte Renaissance-Figur im Trierer Dom wird nicht ersetzt

Neues Mahnmal

Der abgeschlagene Kopf des Apostels bleibt weiter verschwunden. Von den Tätern gibt es nach wie vor keine Spur. Das beschädigte Kunstwerk im Trierer Dom soll nach Bistumsangaben künftig Anstoß und Mahnung sein.

Blick auf den Trierer Dom / © Julia Steinbrecht (KNA)
Blick auf den Trierer Dom / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Der von unbekannten Tätern im September abgeschlagene und gestohlene Kopf einer Renaissance-Apostelfigur im Trierer Dom bleibt verschwunden. Die polizeilichen Ermittlungen nach dem Diebstahl seien ohne Ergebnis geblieben, sagte eine Bistumssprecherin am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Nach einem Austausch mit Experten hätten die Kirchenverantwortlichen nun beschlossen, den Kopf nicht durch eine Kopie zu ersetzen. "Dies ist ein durchaus übliches Vorgehen: Viele Kunstwerke zeigen Spuren von Verfall oder eben Zerstörungsversuchen und sind so vielleicht auch Mahnung", erläuterte die Sprecherin. Auch werde es keine neuen Sicherheitsvorkehrungen oder strengere Besucherkontrollen geben. Der Dom bleibe offen für Gebet und Besichtigung.

"Mutwillige Zerstörung"

Die beschädigte Apostelfigur ist Teil eines Sandstein-Halbreliefs am Treppenaufgang einer Kanzel in der Mitte des Doms und für Dombesucher frei zugänglich. Nach der Zerstörung der Figur hatte Dompropst Jörg Michael Peters von einer "mutwilligen Zerstörung von Kulturgut" gesprochen. Es schmerze zu sehen, "dass jemand so respektlos mit diesem unglaublichen Schatz an Kunst und christlicher Kultur, den wir allen Menschen zugänglich machen, umgeht".

Die Bischofskathedrale zählt zu den Unesco-Welterbestätten in Trier. Die Stadt sieht sich wegen ihrer Gründung vor mehr als 2.000 Jahren als älteste deutsche Stadt.

Bistum Trier

Das Bistum Trier ist das älteste in Deutschland. Es erstreckt sich über eine Fläche von 12.870 Quadratkilometern. Im Bistum Trier, das Grenzen zu Frankreich, Luxemburg und Belgien hat, leben etwa 2,5 Millionen Menschen, davon sind 1,1 Millionen katholisch. 

Als erster Bischof von Trier gilt der Heilige Eucharius im dritten Jahrhundert. Das spätere Erzbistum, dessen Oberhirten seit 1198 auch Kurfürsten waren, war eines der wichtigsten im alten Reich. Es umfasste ein Gebiet vom französischen Stenay an der Maas im Westen bis vor Gießen im Osten. 

Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht (KNA)
Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht ( KNA )

 

Quelle:
KNA