Der von unbekannten Tätern im September abgeschlagene und gestohlene Kopf einer Renaissance-Apostelfigur im Trierer Dom bleibt verschwunden. Die polizeilichen Ermittlungen nach dem Diebstahl seien ohne Ergebnis geblieben, sagte eine Bistumssprecherin am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Nach einem Austausch mit Experten hätten die Kirchenverantwortlichen nun beschlossen, den Kopf nicht durch eine Kopie zu ersetzen. "Dies ist ein durchaus übliches Vorgehen: Viele Kunstwerke zeigen Spuren von Verfall oder eben Zerstörungsversuchen und sind so vielleicht auch Mahnung", erläuterte die Sprecherin. Auch werde es keine neuen Sicherheitsvorkehrungen oder strengere Besucherkontrollen geben. Der Dom bleibe offen für Gebet und Besichtigung.
"Mutwillige Zerstörung"
Die beschädigte Apostelfigur ist Teil eines Sandstein-Halbreliefs am Treppenaufgang einer Kanzel in der Mitte des Doms und für Dombesucher frei zugänglich. Nach der Zerstörung der Figur hatte Dompropst Jörg Michael Peters von einer "mutwilligen Zerstörung von Kulturgut" gesprochen. Es schmerze zu sehen, "dass jemand so respektlos mit diesem unglaublichen Schatz an Kunst und christlicher Kultur, den wir allen Menschen zugänglich machen, umgeht".
Die Bischofskathedrale zählt zu den Unesco-Welterbestätten in Trier. Die Stadt sieht sich wegen ihrer Gründung vor mehr als 2.000 Jahren als älteste deutsche Stadt.