Über eine entsprechende Grundlage will die Regierung ab Dienstag bei ihrer zweitägigen Klausur beraten. Beobachter kritisieren den Schritt und werfen den Regierenden Symbolpolitik vor.
Allen voran sieht die Österreichische Volkspartei (ÖVP) von Bundeskanzler Christian Stocker Handlungsbedarf gegen die Anwendung des islamischen Rechts. Auslöser war ein Aufsehen erregender Fall im Sommer 2025. Damals hatte das Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen entschieden, die Scharia als Entscheidungsgrundlage für einen Vermögensstreit zuzulassen. Kritiker sprachen von einem "skandalösen" Präzedenzfall, der mit Österreichs Grundwerten unvereinbar sei.
Kopftuchverbot für Schülerinnen
Neben dem Kampf gegen die Inflation und einer Industriestrategie stehen bei der Regierungsklausur in Mauerbach bei Wien auch die Themen Migration und Asyl auf der Agenda. Die Dreierkoalition verfolgt einen strikten Kurs, unter anderem mit einem jüngst beschlossenen Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren.
Experten werfen der ÖVP in dem Zusammenhang eine Symbolpolitik vor, die darauf abziele, den Stimmenzuwachs der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei (FPÖ) aufzuhalten. Ein angestrebtes Scharia-Verbot sei "billige Politik" und bediene Vorurteile gegenüber dem Islam, sagte die Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle der Zeitung "Der Standard".