Bischof Bätzing warnt Politik vor unrealistischen Versprechen

Öffentlicher Diskurs "zunehmend vergiftet"

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz mahnt Ehrlichkeit in der Politik an. Übertriebene Versprechen spalten die Gesellschaft, warnt Bischof Georg Bätzing. Er fordert stattdessen soziale Reformen mit Augenmaß.

Bischof Georg Bätzing / © Harald Oppitz (KNA)
Bischof Georg Bätzing / © Harald Oppitz ( KNA )

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat vor überzogenen politischen Versprechen gewarnt.

Es sei gefährlich, in schwierigen Zeiten Erwartungen zu schüren, die sich später nicht erfüllen ließen, schreibt Bätzing in einem Gastbeitrag für die Zeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse. "Das ist nur Wasser auf die Mühlen derjenigen, die unser Land schlechtreden und spalten wollen", ergänzt er.

Warnung vor zunehmender Spaltung in der Gesellschaft

Bätzing betont, der Sozialstaat sei eine "historische Errungenschaft", die behutsam reformiert werden müsse. Angesichts zahlreicher gleichzeitiger Herausforderungen - von Infrastruktur über Friedenssicherung bis zum Umweltschutz - brauche es Kompromissbereitschaft und klare Prioritäten. Nur so könne eine "sozial gerechte Reform" gelingen, die "eine nachhaltige Finanzierung sichert", so der Bischof.

Zugleich zeigte sich Bätzing besorgt über die zunehmende Spaltung in der Gesellschaft. Der öffentliche Diskurs werde "zunehmend vergiftet", sachliche Auseinandersetzungen würden "unsachlich zugespitzt". Die Kirche wolle sich diesem Trend entgegenstellen und ihren Beitrag leisten, "die Gesellschaft zusammenzuhalten und einen demokratischen Dialog fördern".

Georg Bätzing

Georg Bätzing wurde am 13. April 1961 in Kirchen (Sieg) geboren und wuchs in Niederfischbach an der Sieg, der sogenannten Trierischen Insel im Westerwald (Kreis Altenkirchen), nicht weit von der Limburger Bistumsgrenze, auf. Er studierte Philosophie und Theologie an der Universität Trier und der Universität Freiburg.

Bischof Georg Bätzing / © Bert Bostelmann (KNA)
Bischof Georg Bätzing / © Bert Bostelmann ( KNA )
Quelle:
KNA