Pater
Gregor Schmidt MCCJ

Provinzial der Comboni-Missionare vom Herzen Jesu im Südsudan
Provinzial der Comboni-Missionare vom Herzen Jesu in der Provinz Südsudan, Pater Gregor Schmidt MCCJ (privat)
Provinzial der Comboni-Missionare vom Herzen Jesu in der Provinz Südsudan, Pater Gregor Schmidt MCCJ / (privat)

Pater Gregor Schmidt (Jahrgang 1973) ist als Provincial der Ordensgemeinschaft der Comboni-Missionare vom Herzen Jesu seit 2009 im Südsudan stationiert. Zuvor hatte er Missionseinsätze in Nairobi, Kenia (2005-2009) und in der Region Venegono, Italien (2003-2005).

Im 20. Jahrhundert waren die Brüder der deutschsprachigen Comboni-Provinz dafür bekannt, dass sie in vielen Ländern Afrikas große Werk- und Ausbildungsstätten errichteten. Heute fehlten die Berufungen mit dem nötigen Know How, sagt Pater Gregor. Zwar werden existierende Werkstätten an afrikanische Mitbrüder oder andere Partner übergeben, aber es fehlen die Kapazitäten, Neues aufzubauen. 

2017 ist die Comboni-Gemeinschaft von Lomin/Südsudan wegen des Bürgerkriegs und zunehmender Vertreibung nach Uganda "umgezogen". Mit dabei war Bruder Erich Fischnaller aus Südtirol, der in Lomin einen Betrieb mit Werkstätten und verschiedenen Projekten aufgebaut hatte (St. Martin Workshop). Alle Maschinen und beweglichen Objekte wurden über die Grenze gebracht, bevor Milizen der Regierung das Gebiet einnahmen. Direkt auf der anderen Seite im Moyo District kaufte die Provinz ein Grundstück, um die Flüchtlinge zu betreuen und dort den St. Martin Workshop wiederaufzubauen. Der Einsatz von Br. Erich sei ein Geschenk für die Provinz, so Pater Gregor.

Dessen St. Martin Workshop bietet eine Reihe von Aktivitäten an, die einen Gewinn für die Arbeiter erwirtschaften. In allen Berufen werden junge Menschen ausgebildet. Die Ausbildungsplätze werden an Flüchtlinge und an die Lokalbevölkerung zu gleichen Teilen vergeben, "weil das die Akzeptanz und den Zusammenhalt fördere", wie Pater Gregor erklärt. Es gibt ein Kursprogramm für 150 Frauen, die jung und alleinerziehend sind. 

In Vorkriegszeiten gab es auch eine zweite Comboni-Mission in Leer(Unity State), Südsudan, wo junge Menschen in verschiedenen Handwerksberufen und in der Landwirtschaft ausgebildet wurden. Leer wurde aber 2014 vollständig zerstört, und "wir haben kein Vertrauen, dass es die nächsten fünf oder zehn Jahre dort ruhig bleiben wird" (Pater Gregor). Die Tragik des Südsudan sei, dass es "fast nur humanitäre Hilfe und wenig Entwicklungszusammenarbeit" gebe. 

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