Ex-Bundespräsident Wulff sorgt sich um Bedeutungsverlust der Kirchen

"Wurzeln des deutschen Wohlstands"

Christian Wulff warnt vor einer Gesellschaft ohne Kirchen. "Unseren Wohlstand haben wir der katholischen Soziallehre und lutherischem Ehrgeiz zu verdanken", sagte er und fordert eine neue Debatte.

Christian Wulff / © Moritz Frankenberg (dpa)
Christian Wulff / © Moritz Frankenberg ( dpa )

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hat die Rolle der Kirchen für das gesellschaftliche Miteinander hervorgehoben. 

In einem Interview mit der katholischen Wochenzeitung "Die Tagespost" sagte er am Donnerstag: "Eine Gesellschaft ohne eine starke Bedeutung der Kirchen wird eine andere Gesellschaft. Da spielen dann Werte, Nächstenliebe, Einsatzbereitschaft für den anderen eine viel geringere Rolle." Ohne diese Werte gehe jeder seinen Weg und die anderen blieben am Wegesrand liegen.

Debatte über Bedeutung des Christentums

Wulff verwies zudem auf die historischen Wurzeln des deutschen Wohlstands: "Unseren Wohlstand haben wir der katholischen Soziallehre und lutherischem Ehrgeiz zu verdanken." Er forderte deshalb eine neue Debatte über die Bedeutung des Christentums: "Für Empathie, Inklusion, Integration und gegen Ausgrenzung." So könne Politik eine andere Sprache und einen besseren Stil bekommen.

"Handwerklich schlecht"

Mit Blick auf die gescheiterte Verfassungsrichterwahl äußerte der Katholik Wulff Sorge über Einflussversuche: "Es ist absolut beunruhigend, wie einzelne Katholiken über Stimmungsmache in bestimmten Medien Einfluss auf den Entscheidungsprozess zu nehmen versucht haben und am Ende auch Erfolg hatten." Der Vorgang sei handwerklich schlecht gewesen und habe Schaden angerichtet. "Das sagt einiges aus über die Stabilität dieser Regierung." 

Quelle:
KNA