Münsteraner Weihbischof fordert sofortige humanitäre Hilfe für Gaza

"Menschenverachtend"

Der Münsteraner Weihbischof Stefan Zekorn zeigt sich angesichts der humanitären Krise im Gazastreifen schockiert. "Die Not der Menschen darf nicht länger ignoriert werden", forderte der bischöfliche Beauftragte für die Weltkirche.

Symbolbild Menschen im Gaza-Streifen leiden unter Hunger / © Mohammed Talatene (dpa)
Symbolbild Menschen im Gaza-Streifen leiden unter Hunger / © Mohammed Talatene ( dpa )

Die Hilfsorganisationen wie Caritas International berichteten von einem Zusammenbruch der zivilen Infrastruktur in Gaza und zunehmender Zerstörung infolge des Krieges zwischen Israel und der Hamas auch im Westjordanland.

Weihbischof Stefan Zekorn / © Achim Pohl (Bistum Münster)

Durch die Abriegelung des Gebietes durch Israel seit März mangele es nach Angaben von Partnern vor Ort an medizinischer Grund- und Notversorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, erzählte Zekorn. Er warnte vor einer zunehmenden Hungerkatastrophe, sollte Gaza eine humanitäre Hilfe weiter verwehrt bleiben. So spreche der Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, von einer Situation, die "ethisch und menschlich nicht hinnehmbar ist: Aushungern als Kriegswaffe".

"Missbrauch von Zivilisten"

Der Weihbischof verurteilte das Vorgehen der radikalislamischen Terrororganisation Hamas aufs Schärfste. "Die Tötung und Geiselnahme unschuldiger Menschen, der Missbrauch von Zivilisten als Schutzschilde - all das ist menschenverachtend", sagte er. Doch gelte es, das Völkerrecht zu achten. Zekorn appellierte an die deutsche Bundesregierung, sich für die Menschen in Gaza und Soforthilfe einzusetzen:

 "Unsere historische Verantwortung und unsere Sorge für Israel ermutigen uns, an die universale Würde des Menschen, die Menschenrechte und das Völkerrecht zu erinnern. Denn es führt zu immer größerer Unmenschlichkeit, wenn mit unmenschlichen Mitteln gegen Unmenschlichkeit vorgegangen wird."

Bistum Münster

Mit rund 1,59 Millionen Katholikinnen und Katholiken ist das Bistum Münster die mitgliederstärkste Diözese in Deutschland. Aber auch hier hat die Kirche mit schwindenden Mitgliederzahlen und den Folgen daraus zu kämpfen. Zwar rechnet das Bistum für das laufende Jahr mit Kirchensteuereinnahmen von rund 454,7 Millionen Euro. Die "Kirchensteuerkraft" – also das, was sich die Diözese mit dem Geld leisten kann – lässt aber stark nach: Bis 2060 soll sie sich im Vergleich zu 2017 halbiert haben.

Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke (KNA)
Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke ( KNA )
Quelle:
epd