Bistum Münster will Laien an Bischofssuche beteiligen

16 Laien involviert

Erst Paderborn und Osnabrück, jetzt Münster. Bei der Suche nach einem Nachfolger für Bischof Felix Genn sollen auch Laien beteiligt werden, wie der Synodale Weg es gefordert hatte. Der Vatikan sichtet dann diese Vorschläge.

St.-Paulus-Dom in Münster / © Chi_Chirayu (shutterstock)
St.-Paulus-Dom in Münster / © Chi_Chirayu ( shutterstock )

Vor dem möglichen Rücktritt des Münsteraner Bischofs Felix Genn bereitet die Diözese schon die Suche nach einem Nachfolger vor. An der Auswahl von drei Kandidaten sollen auch 16 Laien beteiligt werden, wie das Internetportal kirche-und-leben.de am Donnerstag berichtete. Diese würden auf einer Sitzung des Diözesanrates als Beratungsgremium des Bistums am Freitag gewählt.

Bischof Felix Genn / © Guido Kirchner (dpa)
Bischof Felix Genn / © Guido Kirchner ( dpa )

Genn hatte dem Papst bereits seinen Rücktritt zu seinem 75. Geburtstag am 6. März angeboten. Das ist die für katholische Bischöfe übliche Altersgrenze. Für die Bischofssuche gilt in Nordwestdeutschland das "Preußenkonkordat". Danach schlagen in einem ersten Schritt die 16 Domkapitulare von Münster Rom mögliche Kandidaten vor. 

An der Auswahl sollen aber auch Laien teilhaben - einschließlich Frauen und Personen verschiedener Altersgruppen, hieß es. Die Beteiligung von Laien sei ein Anliegen des Reformprozesses Synodaler Weg.

Vatikan sichtet Vorschläge

Die durch Domkapitel und Laien vorgeschlagenen Kandidaten für das Bischofsamt würden dem vatikanischen Botschafter in Berlin vorgelegt, hieß es. Eine ähnliche Beteiligung von Laien hatte es bereits bei den Bischofswahlen von Paderborn und Osnabrück gegeben.

Die Vorschläge sowie weitere Listen von Bischöfen werden im Vatikan gesichtet. Die Kirchenleitung in Rom erstellt dann eine Dreierliste, aus der das Domkapitel einen neuen Bischof wählt.

Bistum Münster

Mit rund 1,59 Millionen Katholikinnen und Katholiken ist das Bistum Münster die mitgliederstärkste Diözese in Deutschland. Aber auch hier hat die Kirche mit schwindenden Mitgliederzahlen und den Folgen daraus zu kämpfen. Zwar rechnet das Bistum für das laufende Jahr mit Kirchensteuereinnahmen von rund 454,7 Millionen Euro. Die "Kirchensteuerkraft" – also das, was sich die Diözese mit dem Geld leisten kann – lässt aber stark nach: Bis 2060 soll sie sich im Vergleich zu 2017 halbiert haben.

Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke (KNA)
Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke ( KNA )
Quelle:
KNA