Mehr als zwei Millionen Menschen nutzen Hilfe der Tafeln

50 Prozent mehr Bedürftige

2022 sind nach Angaben der Tafel Deutschland im Durchschnitt etwa 50 Prozent mehr Menschen zu den Lebensmittelausgaben für Bedürftige gekommen als im Jahr zuvor. Mehr als zwei Millionen Menschen nähmen die Hilfe in Anspruch.

Auch die Helfer sind großen Belastungen ausgesetzt / © Harald Oppitz (KNA)
Auch die Helfer sind großen Belastungen ausgesetzt / © Harald Oppitz ( KNA )

Das sagte der Bundesvorsitzende der Tafel Deutschland, Jochen Brühl, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland".

Er fordert Unterstützung von der Politik

"Zeitweise hatten in diesem Jahr rund 30 Prozent der Tafeln einen Aufnahmestopp", sagte der Tafel-Chef. Das habe zu großen Belastungen für die Ehrenamtlichen geführt. Er forderte deshalb Unterstützung von der Politik auch für Helfende: "Man könnte zum Beispiel Ehrenamtlichen, die eine bestimmte Stundenzahl nachweisen können, ein Verkehrsticket umsonst geben für ihr Engagement."

Zugleich betonte er: "Den Versorgungsauftrag hat der Staat." Die mehr als 960 Tafeln in Deutschland würden nur unterstützend arbeiten. Doch Tafeln unterstützten manchmal nicht nur, "sondern werden schon fest einkalkuliert". Das sei nie die Idee gewesen. "Wir sind mal angetreten, um Lebensmittel zu retten, die übrig sind, und diese an die Menschen weiterzugeben, die zu wenig haben", sagte Brühl.

Tafeln in Deutschland

Die bundesweit agierenden Tafeln haben sich in den vergangenen 20 Jahren zu einer der größten sozialen Bewegungen in Deutschland entwickelt. Waren es 2002 noch gut 300, gibt es heute bundesweit etwa 900 Tafeln mit rund 2.100 Tafel-Läden und Ausgabestellen. Bei ihnen engagieren sich circa 60.000 ehrenamtliche Mitarbeiter. Alle zusammen versorgen sie mehr als 1,5 Millionen Menschen mit Lebensmitteln, die sie als Spenden im Handel und bei Herstellern gesammelt haben.

Helfer sortieren  Salat bei der Lebensmittelausgabe in der Kirche Sankt Karl Borromäus in Köln / © Harald Oppitz (KNA)
Helfer sortieren Salat bei der Lebensmittelausgabe in der Kirche Sankt Karl Borromäus in Köln / © Harald Oppitz ( KNA )

 

Quelle:
epd