Spitzentreffen für die Weltsynode in Rom beendet

Kardinal Hollerich warnt vor "Politisierung"

An diesem Dienstag ist eine zweitägige Versammlung der kontinentalen Synoden-Verantwortlichen in Rom zu Ende gegangen. Kardinal Jean-Claude Hollerich hat dabei vor einer "Politisierung" von und in der Kirche gewarnt.

Kardinal Jean-Claude Hollerich / © Paolo Galosi/Romano Siciliani (KNA)
Kardinal Jean-Claude Hollerich / © Paolo Galosi/Romano Siciliani ( KNA )

Jeder habe eine eigene Agenda für die Reform der Kirche, sagte der Luxemburger Erzbischof und Moderator ("Generalrelator") der katholischen Weltsynode. Ziel des synodalen Prozesses sei aber, diesen Weg gemeinsam zu beschreiten.

Kardinal Mario Grech / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Kardinal Mario Grech / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Nach einer Begegnung mit Papst Franziskus am Montagnachmittag hatten die Präsidenten oder Koordinatoren der kontinentalen Versammlungen über die Lage in ihren Regionen berichtet, so Synoden-Generalsekretär Kardinal Mario Grech. Die Gespräche sollten dazu dienen, die für Frühjahr 2023 geplanten kontinentalen Bischofsversammlungen vorzubereiten.

Zweite Phase der Weltsynode läuft seit diesem Herbst

Die sogenannte kontinentale oder auch zweite Phase der katholischen Weltsynode läuft seit diesem Herbst. Grundlage ist das Arbeitsdokument, das auf Basis der Einreichungen aus fast allen Diözesen weltweit erstellt und Ende Oktober im Vatikan vorgestellt wurde.

Pressekonferenz zum Abschluss der ersten Phase der Weltsynode im Vatikan / © Stefano Carofei/Romano Siciliani (KNA)
Pressekonferenz zum Abschluss der ersten Phase der Weltsynode im Vatikan / © Stefano Carofei/Romano Siciliani ( KNA )

Im nächsten Schritt sollen die sieben kontinentalen Bischofsversammlungen - Afrika, Ozeanien, Asien, Naher Osten, Europa, Lateinamerika sowie USA/Kanada - bis März je ein eigenes Dokument erstellen. Für die europäische Vorbereitung kommen Delegierte vom 5. bis 12. Februar in Prag zusammen.

Papst hat Weltsynode verlängert

Diese sieben Texte wiederum fließen in ein zweites Arbeitsdokument der Weltsynode ein, das im Juni 2023 erscheinen soll. Auf dessen Grundlage berät dann die Weltbischofs-Synode in Rom.

Kardinal Mario Grech (m.), Generalsekretär der Bischofssynode, und Papst Franziskus (r.) bei der Eröffnung der Weltsynode im Oktober 2021 / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Kardinal Mario Grech (m.), Generalsekretär der Bischofssynode, und Papst Franziskus (r.) bei der Eröffnung der Weltsynode im Oktober 2021 / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Ursprünglich sollte die Weltsynode abschließend im Herbst 2023 tagen. Papst Franziskus verlängerte den Prozess jedoch überraschend um ein Jahr. So sollen die Bischöfe nun erstmals vom 4. bis 29. Oktober 2023 und im Oktober 2024 erneut über die Ergebnisse des weltweiten Konsultations- und Beratungsprozesses sprechen.

Weltsynode 2021-2024

Mit der Weltsynode hat Papst Franziskus in der katholischen Kirche etwas Neues geschaffen. Erstmals werden bei einer Synode Nicht-Bischöfe und Nicht-Priester im großen Umfang ein Stimmrecht haben, darunter auch Frauen.

Inhaltlich soll es vor allem um neue Wege der Mitwirkung der kirchlichen Basis bei wichtigen Entscheidungen in der katholischen Kirche gehen. Obwohl erstmals auch nicht geweihte Männer und Frauen ein Stimmrecht haben, handelt es sich kirchenrechtlich um eine Bischofssynode.

Eröffnung der Weltsynode im Oktober 2021 / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Eröffnung der Weltsynode im Oktober 2021 / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA