Papst hofft auf neue Verhandlungen im Ukraine-Krieg

"Krieg bringt nur Zerstörung"

Papst Franziskus hat erneut seine Nähe zum ukrainischen Volk zum Ausdruck gebracht. Beim Mittagsgebet am Sonntag auf dem Petersplatz sagte er allerdings nichts zu möglichen Reiseplänen seinerseits in die Ukraine.

Papst Franziskus beim Angelus / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus beim Angelus / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Er bekräftigte aber seine Hoffnung auf eine Wiederaufnahme von Verhandlungen. Hierfür müssten sich alle internationalen Akteure einsetzen, statt "die Sinnlosigkeit des Krieges" anzuheizen. "Wie kann man nicht verstehen, dass Krieg nur Zerstörung und Tod bringt, die Menschen auseinandertreibt, Wahrheit und Dialog tötet?", klagte der Papst.

Swjatoslaw Schewtschuk / © Paul Haring/CNS photo (KNA)
Swjatoslaw Schewtschuk / © Paul Haring/CNS photo ( KNA )

In der Ukraine ist indes die Hoffnung groß, dass der Papst bald in das Kriegsland reist. Der griechisch-katholische Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk hatte jüngst zu Gebeten für einen baldigen Besuch von Papst Franziskus aufgerufen.

Steht eine Papstreise in die Ukraine bevor?

Erzbischof Paul Richard Gallagher / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Erzbischof Paul Richard Gallagher / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Franziskus könnte nach Angaben des vatikanischen Außenministers Erzbischof Paul Gallagher noch im August in die Ukraine reisen. Das Kirchenoberhaupt sei überzeugt, "dass ein Besuch eine positive Wirkung haben könnte", sagte Gallagher im italienischen Fernsehen. Vorbereitet würde eine solche Reise allerdings erst nach der Rückkehr des Papstes aus Kanada Ende Juli. Zudem, so der Außenbeauftragte des Vatikan, hänge es davon ab, wie es dem Papst gesundheitlich gehe. Auch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bekräftigte, dass weitere Reisepläne erst nach der Kanada-Reise getroffen würden.

Zuvor hatte es in der Ukraine Irritationen gegeben, da Franziskus zuerst nach Moskau und dann nach Kiew reisen wollte. Im Gegensatz zum Kreml hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Papst mehrfach öffentlich nach Kiew eingeladen. Zuletzt hatte 2001 Papst Johannes Paul II. (1978-2005) das Land besucht. Nach Russland reiste bislang noch kein Papst in der Geschichte.

Die ukrainische griechisch-katholische Kirche ist die größte katholische Ostkirche mit nach eigenen Angaben weltweit mehr als fünf Millionen Mitgliedern. In der orthodox geprägten Ukraine bekennen sich knapp zehn Prozent der Bevölkerung zu ihr. Die Kirche untersteht dem Papst.

Franziskus als Friedensrufer

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Papst Franziskus (85) um Vermittlung im Krieg mit Russland gebeten. Zuvor hatte dieser mit dem Putin nahestehenden russischen Patriarchen Kyrill I. lange telefoniert. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) zeichnet Stationen von Franziskus' Friedensengagement nach:

2013

März: Kardinal Jorge Mario Bergoglio wird zum Papst gewählt. Er gibt sich in Anlehnung an den "Heiligen der Armen" den Namen Franziskus - ein Novum in der Kirchengeschichte.

Papst Franziskus / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA