Jesuiten-Pater warnt vor "Kulturbruch" in Europa

Verfassungen allein geben keinen Sinn

Der Jesuiten-Pater Eberhard von Gemmingen warnt vor den Folgen einer zunehmenden Entfremdung vom Christentum in Europa. Wenn die Zahl der Christen zurückgeht, habe dies auch politische Folgen.

Das Brexit-Wandbild des Streetart-Künstlers Banksy (dpa)
Das Brexit-Wandbild des Streetart-Künstlers Banksy / ( dpa )

"Mitteleuropa steht in einem Kulturbruch", sagte von Gemmingen der Zeitung "Die Welt" am Mittwoch. Das europäische Menschenbild und die Gesellschaftsordnung Europas seien entscheidend von Christentum und Judentum geprägt worden.

Verfassungen geben nur Rahmen

Wenn nun die Zahl an Christen in Europa zurückgeht, könnte dies laut von Gemmingen auch politische Folgen haben. Zwar seien in den westlichen Verfassungen alle Normen von Christentum und Judentum enthalten. "Aber Verfassungen geben keine Lebenssinn, motivieren nicht, sondern setzen einen Rahmen", sagte der Jesuit. 

Politiker und Gesellschaftswissenschaftler müssten nun untersuchen, ob das Verblassen von Religiosität langfristig das gesellschaftliche und politische Denken und Verhalten der Bürger ändere. "Es dreht sich bei diesem Verblassen um das Vergessen einer wesentlichen Quelle der europäischen Kultur", so von Gemmingen.


Pater Eberhard von Gemmingen SJ / © privat (privat)
Pater Eberhard von Gemmingen SJ / © privat ( privat )
Quelle:
KNA