Katholische Friedenskommission fordert Ächtung von Atomwaffen

"Vertrauen ist der Schlüssel"

Nukleare Abschreckung sei nur dann zu rechtfertigen, wenn Regierungen sie zu überwinden versuchten, so die katholische Friedenskommission Justitia et Pax in einer Erklärung. Wie Papst Franziskus fordert die Kommission die atomare Abrüstung. 

Protest gegen Atomwaffen / © Britta Pedersen (dpa)
Protest gegen Atomwaffen / © Britta Pedersen ( dpa )

Als ersten Schritt einer nuklearen Abrüstung fordert die katholische deutsche Friedenskommission Justitia et Pax die Ächtung von Atomwaffen. Vor dem Hintergrund der katholischen Friedenslehre und der Haltung der katholischen Kirche zu Atomwaffen sei weder deren Besitz noch ihr Einsatz ethisch oder politisch zu rechtfertigen, erklärte die Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken zur Förderung von Entwicklung, Menschenrechten und Frieden am Mittwoch in Berlin mit.

Kommission: Atomare Abschreckung kann vertretbar sein

Justitia et Pax veröffentlichte eine Erklärung, mit der sich die Kommission der von Papst Franziskus vertretenen Auffassung anschließt, nach der das Konzept atomarer Abschreckung zur Friedenssicherung nicht länger verantwortet werden könne. Dieses sei nach der kirchlichen Lehre nur insoweit moralisch vertretbar, als es strikt der Kriegsverhütung diene, und wenn Regierungen erkennbar darauf hinarbeiteten, es zu überwinden, hieß es.

Die mächtigsten Atomwaffenstaaten ließen jedoch derzeit keinen ernsthaften Willen erkennen, von der Abschreckungsstrategie abzurücken. Sie setzten vielmehr darauf, einen Atomkrieg führen, begrenzen und gewinnen zu können.

Verhandlungen über Rüstungskontrolle und Abrüstung

Die Krise der internationalen Politik verlange anstelle von Rüstung intensive Anstrengungen, das herrschende Misstrauen durch Dialog und Zusammenarbeit abzubauen. "Vertrauen ist die Grundlage von Friedenspolitik und der Schlüssel zur nuklearen Abrüstung und Rüstungskontrolle", erklärte Justitia et Pax.

Das Ziel einer atomwaffenfreien Welt sei nur mit den Atomwaffenstaaten erreichbar, nicht gegen sie. Der erste Schritt bestehe daher darin, die Atomwaffen zu ächten, um dann über Rüstungskontrolle und Abrüstung zu verhandeln.


Quelle:
KNA