Bundesweit über 100 Ostermärsche geplant

Abrüstung gefordert

Sie sind mitttlerweile eine feste Tradition: Die Ostermärsche von Gründonnerstag und Ostermontag. Seit 1958 protestieren Menschen gegen atomares Wettrüsten. Auch in diesem Jahr verstummen die Rufe nach Abrüstung nicht.

Ostermarsch: Ein Mann hat sich das Zeichen der Friedensbewegung an seinen Hut gepinnt.  / © Boris Roessler (dpa)
Ostermarsch: Ein Mann hat sich das Zeichen der Friedensbewegung an seinen Hut gepinnt. / © Boris Roessler ( dpa )

Friedensorganisationen rufen für das Osterwochenende zur Teilnahme an Ostermärschen auf. Bundesweit sind von Gründonnerstag bis Ostermontag über 100 Veranstaltungen geplant, wie das Netzwerk Friedenskooperation am Mittwoch in Bonn mitteilte.

"Auch 2019 finden wieder mehr Aktionen als im Vorjahr statt. Dieser Trend setzt sich mittlerweile seit einem halben Jahrzehnt kontinuierlich fort", erklärte Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative.

"Deutliches Zeichen gegen das neue Wettrüsten"

Bei den diesjährigen Ostermärschen steht vielerorts die Forderung nach Abrüstung im Mittelpunkt. "Die weltweiten Rüstungsausgaben sind mit rund 1,5 Billionen Euro schon hoch genug", erklärte Philipp Ingenleuf von der Friedenskooperative. Die Bundesregierung solle zum Sinken dieser Ausgaben beitragen. Das Geld werde in zivilen Bereichen wie Bildung, Klimaschutz oder Pflege dringender benötigt.

Die Friedensorganisation richtet sich zudem gegen ein nukleares Wettrüsten, hieß es. "Wir fordern, dass die Bundesregierung endlich den Mut aufbringt und als deutliches Zeichen gegen das neue Wettrüsten das UN-Atomwaffenverbot unterzeichnet und die Atombomben aus Deutschland abziehen lässt", ergänzt sein Kollege Marvin Mendyka.

Seit 1958 gibt es Ostermärsche

Die Ostermarschbewegung hat ihre Wurzeln im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges. Der erste Ostermarsch fand 1958 in England statt, zwei Jahre später folgte Deutschland. In der alten Bundesrepublik erlebte die Bewegung 1968 und 1983 ihre Höhepunkte mit Hunderttausenden von Demonstranten. Mittlerweile sind die Teilnehmerzahlen stark zurückgegangen.

Quelle:
KNA
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