Bundesweite Sonderkollekte in allen Gottesdiensten am Wochenende

Katholische Kirche sammelt für Pakistan

Mehr als 40 Milliarden Euro – so hoch schätzt Pakistan den wirtschaftlichen Schaden der Jahrhundertflut ein! Um den Menschen vor Ort weiter in ihrer Not zu helfen, haben am Wochenende Katholiken in Deutschland gespendet: bei der Sonderkollekte in den Gottesdiensten.

 (DR)

Die Spendensammlung fand bundesweit in allen Gottesdiensten statt. Die internationale Hilfe sei zwar angelaufen, hieß es vorher in dem Aufruf der Bischöfe. Es fehle jedoch weiterhin an ausreichenden finanziellen Mitteln, "um wenigstens das schlimmste Elend zu bekämpfen".



Die Jahrhundertflut in Pakistan hat nach Schätzungen der Regierung einen wirtschaftlichen Gesamtschaden von etwa 43 Milliarden Dollar verursacht. Von den Überschwemmungen sind fast ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche betroffen. Hinzu kommen zerstörte Straßen, Brücken, Schulen und Krankenhäuser. Die EU kündigte an, weitere Hilfsgüter nach Pakistan zu schicken. Die internationale Gemeinschaft hat bislang Hilfe in Höhe von etwa einer Milliarde Dollar zugesagt



Misereor zum Ausmaß der Flut

Das ganze Ausmaß der Flutkatastrophe in Pakistan ist nach Angaben von Misereor noch immer nicht absehbar. Zwar sei das Wasser vielerorts abgeflossen, habe aber starke Verwüstungen hinterlassen, sagte der Pakistanreferent der katholischen Hilfsorganisation, Hermann Rupp, gegenüber domradio.de diese Woche. Die betroffene Bevölkerung versuche notdürftig, ihr Leben zu organisieren. Noch immer hätten die meisten Menschen jedoch nicht ausreichend Wasser, Nahrungsmittel oder Hygieneutensilien, so Rupp.



Auch viele Bauern, die nicht unmittelbar Opfer der Flut geworden sind, könnten ihre Ernte nicht verkaufen, weil sie keinen Zugang zu den Märkten hätten, erläuterte Rupp. Vielerorts nähmen Familien ihre Verwandten und Freunde auf und litten deshalb unter einer doppelten Überforderung. "Es herrscht eine große Solidarität unter den Menschen in Pakistan", sagte Rupp. Im Süden des Landes fehle es überwiegend an medizinischer Versorgung. Ein Großteil der Bevölkerung leide dort an Durchfallerkrankungen, Entzündungen oder Parasiten. Den Wetterbedingungen seien sie oftmals schutzlos ausgesetzt.



"Das Geld kommt an"

Unterdessen verdoppelte Misereor die Nothilfe von 575.000 Euro auf mehr als eine Million Euro. Das Geld werde Partnerorganisationen im Land zur Verfügung gestellt, die Hilfsgüter wie Lebensmittel, Wasser und Geschirr verteilten. Die Rationen reichten je nach Größe der Familie für ein bis vier Wochen. Hilfsgüter würden in Pakistan gekauft, um die Kaufkraft im Land zu erhalten.



Rupp betonte, die Hilfe komme bei den Menschen an. "Jeder der Hilfe erfährt, wird erfasst und eingetragen", sagte Rupp. Misereor kündigte langfristige Hilfen in Pakistan an. Für den Wiederaufbau sagte das Hilfswerk zwischen 5 und 6 Millionen Euro zu. Laut Misereor wird sich Pakistan erst in drei bis fünf Jahren von der Flutkatastrophe erholt haben, die ein Gebiet von der Größe Italiens zerstörte.