Benedikt hatte in Kuba mehr Religionsfreiheit gefordert
Benedikt hatte in Kuba mehr Religionsfreiheit gefordert

06.04.2012

Gemischte Gefühle angesichts des neuen Feiertags Karfreitag auf Kuba

Dass die Castro-Regierung so schnell auf die Bitte des Papstes reagiert, hat nun auch den Vatikan überrascht. Kuba hat den Karfreitag zum Feiertag erklärt. In diesem Jahr haben Kubas Katholiken somit die Chance, ihren Glauben frei und ohne Einschränkungen zu praktizieren. Das Staatsfernsehen überträgt erstmals seit 40 Jahren die Karfreitagsbotschaft. Ob der Karfreitag dauerhaft zum Feiertag erklärt wird, darüber will der Ministerrat später entscheiden.

Kubas Staatsfernsehen bekommt eine neuen Stammgast: Kardinal Jaime Ortega wird seine Karfreitagsbotschaft erstmals seit 40 Jahren direkt über die Bildschirme an die Katholiken auf der kommunistisch regierten Karibikinsel richten dürfen. Der Erzbischof von Havanna hatte bereits vor dem Besuch von Papst Benedikt XVI. Ende März direkt zum kubanischen Volk sprechen können und den päpstlichen Besuch im Fernsehen angekündigt. Nun wird auch der Karfreitagsgottesdienst in die kubanischen Wohnzimmer flimmern - das gibt es sonst nur zu Weihnachten.

Papst hatte Religionsfreiheit angemahnt
Erst vor wenigen Tagen hatte die Regierung von Präsident Raul Castro einer Bitte von Benedikt XVI. entsprochen und den Karfreitag zum Feiertag erklärt. Zumindest in diesem Jahr werden Kubas Katholiken somit die Chance haben, ihren Glauben frei und ohne Einschränkungen zu praktizieren. Erst später will der Ministerrat in Havanna darüber befinden, ob der Karfreitag dauerhaft zum Feiertag erklärt wird. Benedikt XVI. hatte während seines Besuches auf Kuba die Ausübung der Religionsfreiheit angemahnt. Dass die Castro-Regierung so schnell darauf reagiert, hat nun auch den Vatikan überrascht.

Vatikansprecher Federico Lombardi begrüßte den Schritt. Der gewährte Feiertag sei "ein sehr positives Signal" der kubanischen Regierung, so Lombardi. Er hoffe, dass die Entscheidung die Teilnahme der Gläubigen an den Gottesdiensten der Kar- und Ostertage fördere. Zudem setze er darauf, dass der Besuch des Papstes weiterhin "die erhofften Früchte zum Wohl der Kirche und aller Kubaner" bringe. Beim Besuch des Vorgängers von Benedikt XVI., Johannes Paul II., im Jahr 1998 hatte der damalige Präsident Fidel Castro ebenfalls eine entsprechende Bitte um die Wiedereinführung eines Weihnachtsfeiertages gewährt. Dieser Feiertag gilt bis heute.

Kubaner blicken mit gemischten Gefühlen auf den Feiertag
Auch in Havanna wurde der Schritt der Regierung begrüßt. Es sei ein erfreuliches Zeichen, dass die Bitte des Papstes so schnell umgesetzt worden sei, teilte Havannas Bistumssprecher Orlando Marquez mit. "Das wird von der katholischen und der christlichen Gemeinde Kubas sicher positiv aufgenommen."

Kubas Bevölkerung sieht dem Feiertag hingegen mit gemischten Gefühlen entgegen. "Ich freue mich, weil ich nicht arbeiten muss, aber ich verstehe nicht warum", sagte der kubanische Arbeiter Robert Blanco (38) der Tageszeitung "El nuevo Dia". "Man hat uns gesagt, man müsse hart arbeiten, um aus der Krise herauszukommen. Nun ist der Papst gekommen und sie geben uns frei."

Auch die Verwaltungsangestellte Mirta Salgado zeigt sich überrascht, waren den Kubanern in der jüngeren Vergangenheit mit Blick auf die Wirtschaftskrise doch einige Feiertage gestrichen worden. "Zuerst haben sie uns die Feiertage weggenommen, und jetzt geben sie uns einen wieder zurück. Aber zumindest muss ich nicht arbeiten", sagte die 51-Jährige.

Erneute Berichte über Repressalien
Abseits der Vorbereitungen auf den Karfreitag berichten Menschenrechtsorganisationen derweil erneut über Repressalien gegen die Opposition. Allein in dieser Woche seien 25 Regimekritiker festgenommen worden. Unter ihnen sollen sich auch der bereits während des "Schwarzen Frühlings 2003" verhaftete und später freigelassene Dissident Daniel Ferrer und seine Frau Belkis Cantillo befinden, die der Bürgerrechtsbewegung "Frauen in Weiß" angehört.

Die kubanische Menschenrechtsorganisation CCDH erklärte, das Schicksal des während des Papstgottesdienstes in Santiago de Cuba festgenommen Demonstranten Andres Carrion sei weiter unbekannt. Carrion hatte sich kurz vor der Messe über die Absperrung gewagt und "Nieder mit dem Kommunismus, nieder mit der Diktatur" gerufen. Die Regimekritiker Ferrer und Cantillo sollen für eine Freilassung Carrions demonstriert haben.

Tobias Käufer

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