Der "dicke Pitter" wird auf seinen Klang untersucht
Der Klöppel im vollen Einsatz
Dombaumeisterin Schock-Werner und der neue Klöppel
Dombaumeisterin Schock-Werner und der neue Klöppel

07.12.2011

Kölner Petersglocke läutet wieder Der "Decke Pitter" singt

Nach fast einem Jahr Stille ertönt die größte Glocke im Kölner Dom wieder in voller Pracht. "Insgesamt ist das Ergebnis ganz toll", so schwärmt Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner nach einem fünfminütigen Probeläuten. Der alte Klöppel war beim Feiertagsläuten zum Dreikönigstag im Januar unerwartet gebrochen. Lesen Sie hier ein Einschätzung von Glockenfachmann Jan Hendrik Stens.

Erster offizieller Einsatz zum Hochfest
Eine niederländische Spezialfirma montierte nun einen neuen Klöppel. Das rund 600 Kilogramm schwere und etwa 3,20 Meter lange Stahlstück verleiht der Petersglocke wieder seinen schweren satten Klang. Bereits am Montag war die größte frei schwingende Glocke der Welt technisch geprüft und zum Klingen gebracht worden. Der neue Klöppel der Glocke schlug beim etwa fünfminütigen Probeläuten am Mittwoch mehrmals kräftig zu. "Wir sind alle hochzufrieden", sagte Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner. Der Ton und das Läuten seien aber noch nicht optimal.

Beim Probeläuten war der Klöppel feierlich mit Tannengrün behangen. Ein mechanischer Antrieb brachte den Klöppel und die Petersglocke in Schwung. Bei jedem Schlag vibrierte im hohen Turm der Boden. Die zahlreich erschienenen Journalisten mussten Ohrenschützer tragen. Auf dem Domplatz verfolgten Dutzende Schaulustige das Spektakel. Die Glocke läutete am Abend dann das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter ein - der erste offizielle Einsatz des neuen Klöppels.

"Er schlägt noch nicht ganz gleichmäßig"
"Er schlägt noch nicht ganz gleichmäßig", sagte Schock-Werner. "Damit haben wir gerechnet." Techniker sollen den funkelnden Klöppel in den kommenden Tagen fein einstellen. Möglicherweise muss er höher oder tiefer gehangen werden.

Der alte und rund 200 Kilogramm schwerere Klöppel war beim Feiertagsläuten zum Dreikönigstag nach fünf Schlägen abgebrochen und in die Glockenstube gefallen. Verletzt wurde niemand.

Niederländer montierten den neuen Klöppel
Am neuen Klöppel waren mehrere Firmen beteiligt: Ein Unternehmen aus Siegen stellte den Stahl zum Schmieden zur Verfügung. Ein Betrieb in Pfinztal-Kleinsteinbach bei Karlsruhe fertigte das Stahlstück an und niederländische Spezialisten waren für die Montage verantwortlich.

Die 24 Tonnen schwere Petersglocke besteht aus Bronze und läutet seit 1925 im Kölner Dom. Sie erklingt in einem tiefen C und bildet damit die Basis für den feierlichen C-Dur-Akkord.

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