15.05.2010

Katholische Bischöfe reagieren auf innerkirchliche Debatte Veränderung tut Not

Die katholischen deutschen Bischöfe wollen sich stärker mit der Debatte um den Zustand der Kirche befassen. Dabei gehe es in den kommenden Jahren um die Präsenz der Kirche in der Öffentlichkeit, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, am Samstag in München.

Anlass für die Überlegungen sei der 50. Jahrestag des Beginns des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Zollitsch bestätigte, dass die Bischöfe im Januar eine dreiköpfige Arbeitsgruppe eingesetzt hätten. Ihr gehörten der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode und der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck an. Sie sollten die Überlegungen, an denen alle Kommissionen der Bischofskonferenz beteiligt seien, koordinieren. Zollitsch kündigte an, die Bischöfe wollten bei ihrer Herbstvollversammlung im September die bisherigen Erkenntnisse bündeln. Der Freiburger Erzbischof wandte sich zugleich dagegen, diese Arbeitsgruppe und das Vorgehen der Bischöfe mit dem Thema Zölibat in Verbindung zu bringen. Es gebe in der Bischofskonferenz keine Überlegungen, «da gemeinsam etwas weiter zu denken», sagte er. Die Frage der verpflichtenden priesterlichen Ehelosigkeit sei keine Angelegenheit der Kirche in Deutschland, sondern der Weltkirche. Bereits zwei Bischofssynoden im Vatikan hätten sich mit großer Mehrheit für die Beibehaltung des Zölibats ausgesprochen. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) habe betont, dass man in dieser Frage nichts ändern könne. Nun könne man, so Zollitsch, aber «untersuchen, warum das so ist». Das von Papst Johannes XXIII. (1958-1963) im Jahr 1959 angekündigte Zweite Vatikanische Konzil war die bislang letzte beschlussfassende Versammlung aller katholischen Bischöfe. Damals debattierten rund 2.800 Konzilsväter im Petersdom in Rom über Grundfragen der Kirche in der modernen Welt. Das Konzil verabschiedete 16 Dokumente. Als Konzilstheologen, sogenannte Periti, waren auch Joseph Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI., und Hans Küng bei den Beratungen dabei.