Zeit der Hoffnung

Morgenimpuls mit Pfarrer Stefan Wißkirchen

Heute ist der meteorologische Beginn des Frühlings. Was für ein schöner Tag hoffentlich! Frühling, das ist eine Zeit, in der das Leben erwacht. Etwas theologisch gesprochen könnte man sagen, der Frühling ist die Zeit der Hoffnung. Ostern ist ja auch nicht mehr ganz so weit weg, das große Fest der Hoffnung.

Aber manchmal fragt man sich: Warum hat Gott eigentlich seine Hoffnung auf uns Menschen gesetzt? Und dann verlieren wir vielleicht sogar selbst irgendwie die Hoffnung, gerade in Zeiten des Krieges, des Unfriedens, der Gewalt. Es ist leicht, verzweifelt zu sein, unzufrieden, hoffnungslos. Zum Glück sind wir damit nicht ganz allein.

Die Heilige Schrift ist voller Geschichten, in denen die Menschen die Hoffnungen verlieren, aber vor allem sie auch wiederfinden. Der Prophet Ezechiel etwa erlebt das Exil. Israel ist nach Babylon verschleppt, in Sklavenarbeit gezwungen. Er sagt: Ausgetrocknet sind unsere Gebeine, unsere Hoffnung ist untergegangen, wir sind verloren. Furcht lähmt. Hoffnung ist mehr als ein Gefühl in einer einzelnen Situation. Hoffnung ist eine Haltung, eine innere Ausrichtung auf Gott. Sie bringt uns in Bewegung, sie lässt uns auftauchen, sie lässt uns uns selber finden und vor allem eins, etwas Neues wagen.

Hoffnung kommt vom mittelhochdeutschen Wort „hopen“, unruhig sein, zappeln. Hoffnung bewegt uns, Hoffnung ist eine positive Erwartungshaltung, eine handlungsleitende Ausrichtung für die Zukunft. Das wünsche ich uns allen für diesen heutigen Tag, zu entdecken, was unsere Hoffnung wachsen lässt.

Der meteorologische Frühling erinnert uns daran: Es wird wieder mehr Licht werden. Und Jesus selbst sagt: Ich bin das Licht der Welt. Licht am Ende des Tunnels, Licht, das alles Wachstum des Frühlings ermöglicht. Neues Leben kann entstehen. Und das wissen wir: Alles Wachtstum lässt uns hoffen.

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