Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Wohlbehütet

In früheren Jahrhunderten war es völlig unüblich, ohne Kopfbedeckung, also ohne Schleier, Tuch oder Hut das Haus zu verlassen. Und wer etwas auf sich hält, wie man früher sagte, tut es auch heute noch. Eine alte Dame hier im Städtchen würde nie ohne Hut sonntags in die Kirche kommen und auch sonst ist sie immer mit passendem Hut zu Mantel oder Kostüm ausgestattet. Manche kennen noch den Ausdruck "gut betucht sein". Ganz klassisch bedeutete es tatsächlich, in besonders guter Kleidung zu sein und wenn man sich gute Kleidung, gutes Tuch leisten konnte, hatte man genügend Geld, war also gut betucht.

Aber mit den Hüten ist es ganz anders. Wenn man sagt: "Der ist aber gut behütet", dann ist tatsächlich nicht gemeint, dass er besonders teure und edle Hüte trägt. Das habe ich früher tatsächlich bei diesem Wort immer gedacht. "Bleiben Sie behütet", das sagt immer mal am Ende eines Vortrages ein Exerzitienmeister. Was heißt das denn dann? Im Netz habe ich mehrere Bedeutungen gefunden: auf etwas Acht geben, es bewachen, sichern und vor Schaden schützen. Auf jemanden Acht geben, aufpassen, betreuen und vor Unangenehmem bewahren. Also bedeutet dieser Wunsch des Exerzitienmeisters: Bleib bei dem Gedanken, dass Gott dich beachtet, auf dich achtet, vor Schaden bewahrt, dich sicher geleitet und beschützt.

"Wer unterm Schutz des Höchsten steht, im Schatten des Allmächtgen geht" ist eines der vielen Lieder, die genau das besingen und dem Singenden zusagen, dass er daraus Mut und Zuversicht und Hoffnung schöpfen kann, weil da einer ist, der mich behütet. 
Also egal ob du Tuch oder Kapuze, Schleier oder Kopftuch, Helm oder Hut aufhast, bleib unter Gottes Schutz wohl behütet.

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