Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Wodurch wird unser Advent hell?

Wir sind in der zweiten Adventswoche und vom schönen Adventskranzansinglied heißt die zweite Strophe:

Wir sagen euch an den lieben Advent Sehet, die zweite Kerze brennt. So nehmet euch eins um das andere an. Wie auch der Herr an uns getan. Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr.

Mir ist in diesen Tagen aufgefallen, dass es in unserem Städtchen tatsächlich dunkler ist als sonst in der Adventszeit. Die Kirchen und andere wichtige Gebäude werden nicht mehr angestrahlt, die Weihnachtsbeleuchtung über den Straßen ist erst gar nicht angebracht worden und in der Innenstadt stehen nur zwei städtische Weihnachtsbäume die, Glanz und Licht ausstrahlen sollen. Strom sparen ist angesagt.

Diese zweite Adventswoche macht uns ohnehin deutlich, dass es weniger um Helligkeit und Glanz und Gloria, um Geschäfte und Geschenke gehen muss, sondern? Ja, sondern worum eigentlich? "Nehmet euch eins um das andere an" ist eine Möglichkeit.

Dieser Tage waren wir im Kinderhospiz Balthasar zum "Tag der offenen Tür" da ist mir wieder klargeworden, dass es genau das sein kann: Zeit haben zum Geschichten vorlesen, Zeit schenken zum Spielen, Zeit spenden an überforderte Eltern, Zeit dalassen für engagierte Mitarbeiter*innen. Geld spenden ist in Kinderhospizen auch wichtig, weil auch die Geschwisterkinder und Eltern betreut werden, was aber keine Kasse bezahlen will.

"Freut euch ihr Christen, freuet euch sehr, schon ist nahe der Herr" singt sich leicht und fröhlich, weil es eine muntere Melodie hat.

Freuen wir uns tatsächlich auf den kommenden Herrn, oder ist uns die hölzerne Krippe mit dem niedlichen Krippenkind, die freundlich kniende Maria, der danebenstehende Josef, die leuchtenden Christbäume und die gemütliche Atmosphäre genug?

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