Spürst du Gott manchmal?

Morgenimpuls mit Vanessa Grbavac

Im Jahr 2024 wurde ICQ eingestellt, ein Nachrichtendienst; und Ende letzten Jahres dann der Musiksender MTV abgeschaltet. Dinge, die meine Jugend geprägt haben, werden plötzlich abgeschaltet. Und ich habe dieses Jahr gemerkt, auch Tanz in den Mai überlasse ich immer mehr der Dorfjugend. Aber in meiner Jugend habe ich gerne Musikvideos geschaut. Geht heute auch noch. Sogar viel einfacher. Aber mache ich kaum noch. Meistens stolpere ich dann über eins, wenn ich Musik oder Inspiration für Wortgottesdienste suche.

Einer der letzten Wortgottesdienste vor Wochen war nur mit einzelnen Klassen in unserer Schulkapelle. Das mag ich am liebsten. Da ist mehr Raum, mehr Tiefe, mehr Begegnung. Ich versuche dann herauszufinden, was meine Lernenden so hören und dann berührt mich das plötzlich doppelt. Beim Aussuchen und dann beim Erleben im Moment des Gottesdienstes, wenn wir sogar da manchmal ein Musikvideo gemeinsam schauen.

Solange ich da bin – kann dir keiner weh tun. Da bin ich so hängen geblieben bei einem Song von Billi Eilish. Wunderschön. Was für eine Zusage. Was für ein Versprechen. Aber ein Versprechen, das man kaum halten kann. Eine Verantwortung, die kaum zu tragen ist. Und geleichzeitig ist das eine Haltung. Ich bin da.

Da schwingt für mich der Gottesname mit. JHWH. "Ich bin, der ich bin." Ich bin da. Und selbst wenn dir einer weh tut, dann schütze ich deine Würde, deinen Kern, dein Du. Das ist keine billige Vertröstung. Das ist Ambivalenz. Weil wir manchmal schrecklich allein sind. Weil wir manchmal und so haltlos fühlen. Weil wir Gott nicht immer spüren können. Und trotzdem ist Gott, der, der er ist und da.

Spürst du Gott manchmal? Spürst du seine Zusage? Solange ich da bin – kann dir keiner (wirklich) weh tun, denn ich bin, wer ich bin.

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