Liebe und Treue als Schmuck

Morgenimpuls mit Pfarrer Stefan Wißkirchen

Es gibt Geschichten, die alltäglich wirken und doch eine tiefe Wahrheit tragen. Freundinnen blättern in einem Brautmodengeschäft durch Reihen von Kleidern, aufgeregt, voller Vorfreude. Manches Kleid wirkt perfekt, anderes erst nach einem längeren Betrachten, und dann passiert es: Ein Kleid zieht die Aufmerksamkeit auf sich, als hätte das Kleid selber es gewusst, wer seine Trägerin sein wird. Es passt einfach. Nicht die Braut findet das Kleid, das Kleid findet sie. Dieses Bild lässt sich übertragen auf die Ehe; nicht einfach zwei Menschen treffen zufällig aufeinander: Es ist eine Begegnung, die getragen wird von etwas Größerem, einem Sinn, der sich erst beim genauen Hinschauen zeigt. Die Heilige Schrift bringt es auf den Punkt. 

Nie sollen Liebe und Treue dich verlassen, binde sie dir um den Hals, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens. Das können wir im Buch der Sprichwörter im dritten Kapitel lesen. Liebe und Treue tragen eine Ehe wie einen sichtbaren Schmuck und gleichzeitig als innere Haltung, tief im Herzen verankert. Das Hochzeitskleid, die Ringe, die Feier – alles sind Zeichen für diese Bindung. Sie zeigen, dass Beziehung Arbeit, Aufmerksamkeit und Pflege braucht. Liebe ohne Treue wäre flüchtig, Treue ohne Liebe nur Pflicht. Erst gemeinsam werden sie zum Schmuck, der sichtbar macht, wie Menschen miteinander verbunden sein können. So wie das Kleid gefunden wird, wird auch ein Mensch gefunden, mit dem man das Leben teilt. In dieser Verbindung spiegelt sich eine einfache, aber tiefe Wahrheit: 

Liebe ist Geschenk, Verantwortung. Treue ist Mut und Hingabe zugleich. Sie tragen die Menschen durch die Jahre, lassen Freude leuchten. trösten in schwierigen Zeiten und machen eins sichtbar: bindung ist mehr als ein Versprechen, sie ist ein gelebtes Leben miteinander. Liebe und Treue als Schmuck, vielleicht ein Geheimnis zum Glück einer Ehe. 

Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast. 

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