Augen zu und durch! Aber dann bin ich selbst mit Blindheit geschlagen. Dann mache ich etwas, was ich nicht will, weil ich muss.
Ich wollte mir mal die Augen lasern lassen. Aber da geht das nicht mit Augen zu und durch. Da muss man sehenden Auges, diese Prozedur aushalten. Und ich habe mal gehört - es stinkt.
Fastenzeit ist für mich kein Aushalten mehr von unangenehmen selbst auferlegten Regeln. Die alle mit Essen und Trinken zu tun haben. Nein, ich will da genau das Gegenteil einüben. Nämlich: Augen auf!
Augen auf für das, was mir wichtig ist.
Augen auf, auch wenn es unangenehm wird.
Ich will die Blindheit meiner Zeit abschütteln. Die Babbel, die Blase, in der ich um mich selbst kreise, die will ich aufpicken oder mir dieser Blindheit zumindest bewusst werden. Die eigene Blindheit sehen. Geht das? Vielleicht braucht man dazu eben dann doch einen guten Anstoß von außen. Etwas oder jemanden, der einem die Augen öffnet.
Gott kann das sein. Der Augenöffner – wie Jesus in den Wundererzählungen – und dann werden wir zu Staunenden. Aber ich will das gar nicht so mit Wow-Effekt.
Eher so, wie wenn man einen Horrorfilm guckt und sich schnell die Hände vors Gesicht schlägt und doch durch die Finger schaut. Ganz vorsichtig.
Dann stelle ich mir vor, dass Gott sanft hinter mir ist und mir ins Ohr flüstert.
"Ja ist gruselig, aber schau hin, trau dich, öffne trotzdem vorsichtig die Augen. Du bist bei mir. Du bist in Sicherheit."
Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.