Vielleicht kennst Du das: in den Tagen vor und nach Ostern hat man ringsum in der Wohnung wunderschöne Blumentöpfe mit Narzissen, Osterglocken, Traubenhyazinthen, Tulpen und noch viel mehr. Man freut sich am Grünen und Blühen und alles ist bunt und schön.
Und jetzt, so nach zwei bis drei Wochen, sind die Blüten verwelkt, das Grün schon leicht labberig und die Schönheit ist weg. Viele, die dann keinen Garten haben, werfen alles in die Tonne und kaufen zum nächsten Ostern neue wunderschöne Töpfe mit Blüten. Wir haben das Glück, einen kleinen Garten zu haben und so haben wir, wie jedes Jahr, alle abgeblühten Osterschönheiten in den Garten gepflanzt und freuen uns seit Jahren daran, dass immer im Frühjahr alles grünt und blüht und immer voller und bunter wird.
Für mich ist das ein schönes Bild für unseren Oster – und Auferstehungsglauben. Jahr für Jahr erinnern und freuen wir uns daran, dass wir eine Zukunft haben, weil Jesus Christus uns durch seinen Tod und seine Auferstehung neue Perspektiven eröffnet hat. Aber dann, damit dieser Glaube nicht verwelkt und vertrocknet und die Blüten verblassen, muss dieser Osterglaube raus aus der Bubbel, aus der schönen österlichen Sonntagskirchenblase. Der Osterglaube muss raus in die Welt, in den Humus des realen Lebens und Wurzeln schlagen und sich in Wind und Wetter bewähren.
Im heutigen Abschnitt aus dem Johannesevangelium fragen die Jünger Jesus: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
Mein Glaube an die Auferstehung zeigt sich in dem, wie ich mit Menschen umgehen möchte, wie ich mit den alltäglichen Problemen umgehe, wie ich Schwierigkeiten und Sorgen angehe und bearbeite, wie ich immer neu das Evangelium in den realen Tag umzusetzen versuche. Wenn der Auferstehungsglaube so wachsen und gedeihen darf, und mit Gebet und Stille quasi gedüngt wird, kann er wachsen und sich ausbreiten und farbenfroh und kräftig werden.
Jahr für Jahr neu und weit über Ostern hinaus!