Katholiken-Komitee: Problem der häuslichen Pflege nicht vergessen

"Zu guten Bedingungen"

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken schaltet sich erneut in die Debatte um professionelle Pflege ein. So solle die Verbesserung von häuslicher Pflege nicht vergessen werden, hieß es  bei einer Diskussion im Bundesministerium. 

Pflege durch Angehörige / © Halfpoint (shutterstock)

Die politische Diskussion fokussiere derzeit die professionelle Pflege in stationären Einrichtungen und ambulanten Diensten, erklärte die Sprecherin des ZdK-Sachbereichs "Wirtschaft und Soziales", Hildegard Müller, am Mittwoch. Dies sei eine wichtige Aufgabe. Die Probleme der häuslichen Pflege sollten darüber jedoch nicht aus dem Blick geraten.

Pflegekräfte oft zu ethisch problematischen Bedingungen eingestellt

"Viele Familien stellen zur Unterstützung Pflegekräfte aus Mittel- und Osteuropa ein, dies allerdings oft zu arbeitsrechtlich und ethisch problematischen Bedingungen", sagte Müller weiter. "Unter Einbezug der ambulanten Pflegedienste sollte ein Netzwerk informeller und professioneller Sorgearbeit aufgebaut werden." Die Sprecherin äußerte sich am Dienstagabend in Berlin bei einer Diskussion, an der auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) teilnahm.

Es gehe um den richtigen Ausgleich zwischen der Verantwortung von Familien für die Pflege und deren Leistungsfähigkeit, wurde Spahn in der Mitteilung zitiert. "Wir müssen alle Register ziehen, von der Reform der Pflegeausbildung über Anstrengungen in Umschulung und Weiterqualifizierung bis zur Anwerbung ausländischer Fachkräfte, um die offenen Stellen in der Pflege zeitnah besetzen zu können."

Hochwertige soziale Dienstleistungen zu guten Bedingungen schaffen

Im November 2018 hatte das ZdK die Erklärung "Gerechte Pflege in einer sorgenden Gesellschaft - Zur Zukunft der Pflegearbeit in Deutschland" veröffentlicht. Am Beispiel der Pflegearbeit wolle das ZdK eine gesellschaftliche Debatte über die fundamentale Bedeutung von Sorgearbeit anstoßen, sagte der Theologe Bernhard Emunds von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen.

Ziel sei "eine sorgende Gesellschaft, in der es für Männer und Frauen zum Leben dazugehört, Sorgearbeit zu übernehmen, und in der hochwertige soziale Dienstleistungen von qualifizierten Beschäftigten zu guten Bedingungen erbracht werden".

Quelle:
KNA
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