Kirchenvertreter treffen rumänische EU-Ratspräsidentschaft

In Zeiten "tiefgreifender Veränderungen"

Kirche trifft Politik: Die EU-Bischofskommission COMECE und die orthodoxe EU-Kirchenvertretung CROCEU haben sich mit Rumänien zu den Prioritäten der derzeitigen EU-Ratspräsidentschaft ausgetauscht - und Vorschläge eingebracht.

Rumänien übernimmt EU-Ratspräsidentschaft / © Vadim Ghirda (dpa)
Rumänien übernimmt EU-Ratspräsidentschaft / © Vadim Ghirda ( dpa )

Rumänien habe die Präsidentschaft in einer Zeit "tiefgreifender Veränderungen" inne, erklärte die COMECE (Dienstag) nach dem Treffen mit Rumäniens Außenminister Theodor-Viorel Melescanu.

Die bevorstehenden Veränderungen etwa durch die Europawahlen, die Digitalisierung oder den demografischen Wandel betrachteten die Bürger zugleich mit Sorge und Unsicherheit, aber auch mit Hoffnungen und Erwartungen, so die COMECE.

EU-Bischofskommission präsentiert Reflexionspapier

Die EU-Bischofskommission präsentierte bei dem Treffen ein Reflexionspapier, das sie gemeinsam mit der Rumänischen Bischofskonferenz ausgearbeitet hatte. Darin wird unter anderem ein "sozialeres Europa im digitalen Zeitalter" gefordert. Zudem betont es die EU als globalen Akteur und Verteidigerin der Menschenwürde.

Die COMECE ermutigt die rumänische Ratspräsidentschaft, den Menschen in den Mittelpunkt aller politischen Prozesse und technologischen Entwicklungen zu stellen. Um jungen Menschen und Familien die Möglichkeit zu geben, ihre Talente und Bestrebungen voll einzubringen, solle die EU eine "Vision von menschenwürdiger, nachhaltiger und mitbestimmter Arbeit für alle fördern".

Rumänien erstmals mit EU-Ratspräsidentschaft

An dem Treffen nahmen unter anderen COMECE-Generalsekretär Olivier Poquillon, der Bukarester Weihbischof Cornel Damian, Metropolit Athenagoras von Belgien und der Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), Heikki Huttunen, teil.

Poquillon nahm zudem an einer Begegnung mit dem rumänisch-orthodoxen Patriarchen Daniel teil. Zudem tauschte er sich mit dem rumänischen Staatssekretär für die Beziehungen zu den Religionen, Victor Opaschi, über die Rolle der Kirchen in der EU aus. Rumänien übernahm die EU-Ratspräsidentschaft am 1. Januar für sechs Monate von Bulgarien. 2020 ist Deutschland an der Reihe, erstmals seit 2007.

Quelle:
KNA