ZdK ruft vor Hungerkrise zu Lebensartänderung auf

Solidarität mit Ländern des Globalen Südens

Nach Abschluss des G7-Gipfels hat das Zentralkomitee der deutschen Katholiken konkrete Schritte zur weltweiten Ernährungssicherheit auch von der Zivilgesellschaft gefordert. Die G7-Staaten hatten zuvor Finanzhilfen versprochen.

Dürre in Afrika / © Dong Jianghui (dpa)
Dürre in Afrika / © Dong Jianghui ( dpa )

"In der sich weltweit zuspitzenden Versorgungslage müssen die G7 ihre Handlungsmacht nutzen, um die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine zu lindern", sagte ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp am Dienstag in Berlin. Dazu gehöre, ernährungsunsichere Regionen der Welt besonders in den Blick zu nehmen sowie die Lage der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.

Gemeinsame Finanzzusagen

Die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten, demokratischen Industrienationen hatten zuvor weitere finanzielle Hilfen in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar (rund 4,3 Milliarden Euro) gegen die drohende Hungerkrise zur Verfügung gestellt. Die gemeinsamen Finanzzusagen würden sich damit in diesem Jahr auf insgesamt über 14 Milliarden US-Dollar belaufen.

ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp / © Dieter Mayr (KNA)
ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp / © Dieter Mayr ( KNA )

Die ZdK-Präsidentin verlangte unterdessen auch von Katholiken, den privaten Verbrauchern, und der Zivilgesellschaft, Konsequenzen aus der drohenden Hungerkrise zu ziehen. Es müsse "das Anliegen der katholischen Zivilgesellschaft weltweit sein, die Treiber der Welternährungskrise zu identifizieren", sagte Stetter-Karp.

"Wir sind aufgefordert, die Bedingungen kritisch anzuschauen, unter denen beispielsweise China enorme Mengen an Getreide unmittelbar vor Beginn des Ukraine-Krieges aufgekauft hat", sagte die ZdK-Präsidentin weiter. Zudem müsse zur Kenntnis genommen werden, "dass Nahrungsmittelentzug ein Instrument der modernen Kriegsführung ist".

Länder des Globalen Südens betroffen

Von der Ernährungskrise betroffen seien die Länder des Globalen Südens. "Deshalb ist unsere Solidarität gefragt. Sie kann nicht nur in kurzfristigen Hilfeleistungen bestehen. Wir brauchen eine andere Haltung als Käufer*innen, einen veränderten Lebensstil", forderte die ZdK-Präsidentin.

Dürre in Afrika / © PANYA PRASATNOK (shutterstock)

Dazu gehöre zur Kenntnis zu nehmen, dass zwei Drittel der Getreideproduktion weltweit als Tierfutter verwendet werden. Den Fleischkonsum zu verringern, sei schon deshalb zwingend geboten. "Das Ganze zu bedenken heißt, Nachhaltigkeit nicht nur als eine Frage des Energiesektors zu betrachten, sondern auch als eine Frage der Produktion von und des Handels mit Lebensmitteln", sagte Stetter-Karp.

Die G7-Staaten

Die "Gruppe der Sieben" oder kurz "G7" ist ein informelles Forum der Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten demokratischen Industrieländer. Neben Deutschland und Frankreich gehören Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA zu den G7-Staaten. Bei ihren mindestens einmal pro Jahr stattfindenden Gipfeltreffen stimmen sie gemeinsame Positionen zu globalen politischen Fragestellungen ab. Dazu gehören unter anderem außen-, wirtschafts- und entwicklungspolitische Themen. Die Europäische Union ist bei den Treffen ebenfalls vertreten und hat einen Beobachterstatus.

Eine Fahne mit dem G7 Logo / © Oliver Berg (dpa)
Eine Fahne mit dem G7 Logo / © Oliver Berg ( dpa )
Quelle:
KNA