Würde der Frau ist Gebetsanliegen des Papstes für den April

Papst Franziskus nimmt Frauen in den Blick, die Gewalt erfahren

Für den April lädt Papst Franziskus zum Gebet dafür ein, dass Würde und Wert der Frauen in jeder Kultur anerkannt werden. Diskriminierungen, denen sie in verschiedenen Teilen der Welt ausgesetzt sind, sollen aufhören.

Autor/in:
Martin Maier SJ
Zwei Frauen tragen T-Shirts mit einem Bild von Papst Franziskus bei der Messe am 5. Februar 2023 am "John-Garang-Mausoleum" in Juba (Südsudan). / © Paul Haring (KNA)
Zwei Frauen tragen T-Shirts mit einem Bild von Papst Franziskus bei der Messe am 5. Februar 2023 am "John-Garang-Mausoleum" in Juba (Südsudan). / © Paul Haring ( KNA )

Immer wieder lenkt Papst Franziskus die Aufmerksamkeit auf das Leiden von Frauen unter Diskriminierung und Gewalt. Diese Gewalt hat viele Formen: Benachteiligung in der Arbeitswelt, Misshandlung in den Familien, sexuelle Ausbeutung. Zurecht fordert der Papst, dass diese Leiden wahrgenommen und beachtet werden müssen. Das setzt Sensibilität und Zuhören voraus. Persönliche Leidensgeschichten können dafür eine Hilfe sein. 

Symbolbild Missbrauch / © Alex Cherepanov (shutterstock)
Symbolbild Missbrauch / © Alex Cherepanov ( shutterstock )

In einer seiner Mittwochskatechesen ging Papst Franziskus auf das Zeugnis der heiligen Josefine Bakhita ein. Sie wurde 1869 in Darfur, der Hauptstadt des Sudan, geboren. Im Alter von sieben Jahren wurde sie aus ihrer Familie entführt und zur Sklavin gemacht. Ihre Entführer nannten sie "Bakhita", was "Glück" bedeutet. Sie hatte nacheinander acht verschiedene Eigentümer, die sie körperlich und seelisch misshandelten. Doch sie bekannte später: "Als Sklavin verzweifelte ich nie, denn ich spürte eine geheimnisvolle Kraft, die mich stützte."

Heiligsprechung im Jahr 2000

Ihr Unglück nahm eine Wende, als sie vom italienischen Konsul freigekauft wurde. Sie begleitete seine Familie nach Italien, wo sie sich auf den Namen Josefine taufen ließ und in den Orden der Canossian-Schwestern in Schio eintrat. Hier lebte sie 50 Jahre und verrichtete einfache Dienste: Kochen, Nähen, Sticken und Pfortendienst. Mit ihrer Bescheidenheit, ihrer Einfachheit und ihrem beständigen Lächeln eroberte sie die Herzen der Menschen. Nach langen, schweren Krankheitsjahren starb sie am 8. Februar 1947. Ihr Seligsprechungsprozess wurde 1959 eröffnet, und am 1. Oktober 2000 wurde sie heiliggesprochen.

Papst Franziskus erkennt das Geheimnis der heiligen Bakhita darin, dass sie denen, die sie misshandelt hatten, vergeben konnte: "Wir wissen, dass der Verwundete oft seinerseits verwundet; die Unterdrückten werden leicht zu Unterdrückern. Die Berufung der Unterdrückten besteht darin, sich selbst und die Unterdrücker zu befreien, denn so stellen sie die Menschlichkeit wieder her. Nur in der Schwäche der Unterdrückten kann die Macht der Liebe Gottes offenbar werden, die beide befreit. Die heilige Bakhita bringt diese Wahrheit sehr gut zum Ausdruck."

Missbrauch gegen Ordensfrauen

Doch die Kirche kann nicht von Gewalt gegen Frauen sprechen, ohne sich mit ihrer eigenen Schuldgeschichte zu konfrontieren. Geistliche haben sich nicht nur sexueller Gewalt gegenüber Kindern sondern auch gegenüber Frauen schuldig gemacht. Besonders erschütternd ist der Missbrauch, den Priester und auch Bischöfe in Afrika an Ordensfrauen begangen haben. Dies dokumentierte 2019 der Film "Gottes missbrauchte Dienerinnen". Die afrikanische Ordensfrau Mary Makatime Lembo CSC zeigte in einem Artikel in den "Stimmen der Zeit" im Juni 2023 auf, wie Ordensfrauen in Afrika von Priestern in seelsorglichen Beziehungen oder in Beziehungen der pastoralen Zusammenarbeit missbraucht wurden. Demnächst erscheint ihr Buch "Sexueller Missbrauch von Ordensfrauen in Afrika".

Auch Papst Franziskus räumte ein, dass der Missbrauch von Ordensfrauen in der Kirche eine unerträgliche Realität ist, gegen die etwas unternommen werden muss. Gewalt gegen Frauen nannte er "Gotteslästerung", weil Jesus von einer Frau geboren worden sei. Nicht nur die Kirche, sondern jede Gesellschaft müsse Frauen respektieren, sie schützen und zur Geltung kommen lassen. 

Quelle:
KNA