Streit um Leichnam von Mafia-Jäger und künftigem Seligen

Wo soll die letzte Ruhestätte sein?

Um den Leichnam eines Mafia-Opfers und künftigen Seligen in Sizilien bahnt sich Streit an. Der Plan, den im Jahr 1990 ermordeten Justizbeamten Rosario Livatino in die Kathedrale von Agrigent umzubetten, stößt auf heftigen Widerstand.

Italienische Carabinieri vor einer Kirche / © Annamaria Loconsole (dpa)
Italienische Carabinieri vor einer Kirche / © Annamaria Loconsole ( dpa )

Der Widerstand regt sich auf geistlicher und weltlicher Seite in dessen Heimat- und Begräbnisort Canicatti. Das berichtet die Zeitung "La Stampa" (Montag). Im Dezember hatte Papst Franziskus den Tod des damals 37-jährigen Livatino durch ein Kommando der kriminellen Organisation der Stidda als Martyrium anerkannt. Erwartungen zufolge soll er im Frühjahr seliggesprochen werden.

Wo soll der Leichnam ruhen?

Der Erzbischof von Agrigent, Kardinal Francesco Montenegro, versprach laut "La Stampa" mit einer Verlegung der sterblichen Überreste in die Kathedrale eine bessere Wahrnehmbarkeit des neuen Seligen.

Der mit der Seligsprechung befasste Geistliche Giuseppe Livatino [nicht verwandt] erklärte hingegen, nach dem Wunsch des inzwischen gestorbenen Vaters von Livatino solle der Leichnam in seiner ehemaligen Pfarrkirche ruhen. Auch der Gemeinderat betonte der Zeitung zufolge durch seinen Vorsitzenden Alberto Tedesco den "einhelligen, festen und granitharten Willen", Livatino in Canicatti zu behalten.

Quelle:
KNA
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