Opus-Dei-Regionalvikar weist Vorwürfe zurück

"Wir sind kein Geheimbund"

Das Opus Dei in Deutschland weist den Vorwurf konspirativer Strukturen zurück. "Wir sind vor allem kein Geheimbund", betont der für Deutschland zuständige Regionalvikar Christoph Bockamp nun in einem Interview.

Priester / © VGstockstudio (shutterstock)

Jedes Mitglied dürfe über die konservative, katholische Vereinigung reden; es gebe eine Internetseite der Organisation mit Informationen.

Opus Dei sei ein Teil der katholischen Kirche und arbeite mit Bischöfen zusammen. Einfluss auf die Bistümer sei kein Ziel der Bewegung, so Bockamp gegenüber der "Rheinischen Post" in Düsseldorf. Wenn aber einzelne Mitglieder Einfluss nehmen wollten, sei das ihre Sache.

Gegen Weiheämter für Frauen

Der sinkenden Zahl an Katholiken in Deutschland sollte die Kirche dem Regionalvikar zufolge mit Evangelisierung begegnen. "Jetzt ist mehr der einzelne Christ gefordert, der Zeugnis von seiner Freude am Glauben gibt", sagte Bockamp. Er erinnerte an ein Schreiben von Papst Franziskus an "das pilgernde Volk Gottes", aus dem hervorgehe, dass die Evangelisierung zum zentralen Thema des deutschen Reformdialogs Synodaler Weg werden solle. Der Opus-Dei-Mann sprach sich gegen Weiheämter für Frauen aus.

Er könne die Angst einiger Menschen verstehen, die Corona-Krise sei eine Strafe Gottes, erklärte Bockamp zudem. Gott sei jedoch nicht strafend, sondern barmherzig.

"Werk Gottes"

Das Opus Dei, zu Deutsch "Werk Gottes", wurde im Oktober 1928 von dem später heiliggesprochenen spanischen Priester Josemaria Escriva de Balaguer (1902-1975) als katholische Laienbewegung gegründet. Ihm gehören nach eigenen Angaben weltweit rund 92.600 Mitglieder an, davon 600 in Deutschland. Die weitaus meisten Mitglieder sind Laien.

Das Werk unterhält Einrichtungen unter anderem in Bonn, Essen, Aachen, Jülich, Trier, Berlin, Münster, Augsburg und München.

Die Mitglieder des Opus Dei sind gehalten, ihr Leben auch durch Askese und körperliche Kasteiung zu heiligen und die Gesellschaft durch ein konsequent christliches Leben zu prägen. Kritiker werfen dem Opus Dei Elitedenken, eine Erziehung zu blindem Gehorsam und sektenhafte Strukturen vor. Dieses Bild spiegelt sich unter anderem in fiktiven Romanen des US-amerikanischen Thriller-Autors Dan Brown wider.

Josemaria Escriva de Balaguer y Albas, Gründer von Opus Dei (Aufnahmedatum unbekannt) / © N.N. (KNA)
Josemaria Escriva de Balaguer y Albas, Gründer von Opus Dei (Aufnahmedatum unbekannt) / © N.N. ( KNA )
Fernando Ocariz Brana, Prälat des Opus Dei / © Stefano dol Pozzolo (KNA)
Fernando Ocariz Brana, Prälat des Opus Dei / © Stefano dol Pozzolo ( KNA )
Quelle:
KNA