Anselm Grün genervt von der Aggressivität der Gesellschaft

Wenn alles auf die Goldwaage gelegt wird

Der Benediktinerpater Anselm Grün stört sich an der Aggressivität, die er derzeit in der Gesellschaft erlebt. Seine persönlicher Antrieb sei es, den Menschen die Botschaft von Jesus Christus zu verkünden

Pater Anselm Grün / © Harald Oppitz (KNA)
Pater Anselm Grün / © Harald Oppitz ( KNA )

"Wenn jemand für das Impfen eintritt, wird er beschimpft", sagte der Bestsellerautor der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Freitag). Er sei auch nicht glücklich darüber, wenn alles auf die Goldwaage gelegt werde und ein Shitstorm losbreche.

Sein persönlicher Antrieb als Publizist und Vortragsredner sei es, den Menschen die Botschaft von Jesus Christus so zu verkünden, dass sie Hilfe für ihr Leben finden, sagte Grün. In Deutschland habe die Kirche momentan keinen so tollen Ruf. "Mir ist wichtig, dass Menschen merken, dass Christentum nicht nur mit sexuellem Missbrauch zu tun hat", betonte der Benediktiner. Der Glaube habe eine Tradition, die dem Menschen helfen könne.

Elektromobilität: Grün skeptisch

Grün hält es für falsch, beim Thema Mobilität alleine auf das Elektroauto zu setzen. Für weite Fahrten reiche die Technik nicht aus. Auf Dauer sei wahrscheinlich der Wasserstoffantrieb für Lkw, Züge und Flugzeuge sinnvoller. Aber schon heute könnte man die Abgase beim Diesel wesentlich besser filtern, als das im Moment geschehe. Am Ende sollte man einen "guten Mix" aus Wasserstoff, Elektro und Diesel haben, empfiehlt der Erfolgsautor, dessen Bücher weltweit rund 15 Millionen Mal verkauft wurden. 

Anselm Grün OSB

Der Münsterschwarzacher Benediktinerpater gilt als der bekannteste Mönch Deutschlands und als einer der erfolgreichsten Autoren christlicher Literatur. Seine Werke bringen es nach eigenen Angaben auf rund 20 Millionen Auflage. Übersetzt wurden sie demnach in rund 30 Sprachen. Derzeit seien etwa 300 Titel lieferbar.

Wenn die eigenen Bücher gelesen würden und Säle bei Vorträgen voll seien, sei er dankbar; darüber dürfe man sich aber nicht definieren. "Das ist ein Geschenk, und es ist nicht mein Verdienst." 

Pater Anselm Grün / © Harald Oppitz (KNA)
Pater Anselm Grün / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
epd