Weiterer Bischof in Frankreich räumt sexuellen Übergriff ein

"Unangemessene Gesten"

In der französischen Kirchenkrise wegen sexueller Vergehen von Bischöfen ist der Name des emeritierte Straßburger Erzbischof Jean-Pierre Grallet gefallen. Er räumte "unangemessene Gesten" gegenüber einer Frau in den 80er Jahren ein.

Straßburger Münster / © Sina Ettmer Photography (shutterstock)
Straßburger Münster / © Sina Ettmer Photography ( shutterstock )

Das berichtet die französische Zeitung "La Croix" in ihrer Ausgabe vom Mittwoch unter Berufung auf eine offizielle Erklärung meldete. Der Fall werde auf Anzeige der Betroffenen kirchenrechtlich und von der staatlichen Justiz untersucht. Grallet, der in der fraglichen Zeit vor allem als Studentenseelsorger arbeitete, äußerte Bedauern.

Derzeit stehen in Frankreich insgesamt elf Bischöfe im Visier staatlicher oder kirchlicher Untersuchungsbehörden. Zuletzt hatte sich Kardinal Jean-Pierre Ricard (78), früherer Erzbischof von Bordeaux, vor gut einer Woche wegen "verwerflichen Verhaltens" gegenüber einem 14-jährigen Mädchen Ende der 80er Jahre angezeigt. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischofskonferenz, Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort, sprach Anfang November von Vorwürfen gegen elf pensionierte oder noch aktive Bischöfe; allerdings sind mit der neuen Nennung nun noch zwei Namen unbekannt.

Das Bistum Straßburg in der Geschichte

Das katholische Bistum Straßburg, seit 343 erwähnt, gehörte seit der Karolingerzeit bis 1801 zur Kirchenprovinz Mainz. Mit 142 Metern ist die Bischofskirche, das Straßburger Münster, das höchste im Mittelalter vollendete Bauwerk und war seinerzeit eine Art Weltwunder.

Spitze des Straßburger Münsters / © Harald Oppitz (KNA)
Spitze des Straßburger Münsters / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA