Offenbar Hilfsstation angegriffen

Weiter Sorge um Nordsyrien

Hilfsorganisationen zeigen sich alarmiert über die Lage in Nordsyrien: Das katholische Hilfswerk missio Aachen warnte am Samstag vor einer militärischen Kettenreaktion. Das Hilfswerk medico international berichtet von einem Bombenangriff auf eine medizinische Ersthilfestation.

Türkische Offensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien - aufsteigenden Rauch über der syrischen Provinz Sanliurfa / © Emrah Gurel (dpa)
Türkische Offensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien - aufsteigenden Rauch über der syrischen Provinz Sanliurfa / © Emrah Gurel ( dpa )

"Wir fürchten, dass es unmittelbar armenische, aramäische und assyrische Christen treffen wird, die in Nordsyrien leben", erklärte der Vizepräsident der Organisation, Gregor von Fürstenberg.

Die Vorfahren dieser Christen haben sich laut missio Aachen am Ende des Ersten Weltkriegs nach der Ermordung und Vertreibung aus Ostanatolien dort niedergelassen. Nun befürchteten sie eine türkische Herrschaft. Wenn die Türkei zudem tatsächlich sunnitische Flüchtlinge in Nordsyrien ansiedeln werde, sei zu befürchten, dass das fragile Verhältnis zwischen den Religionsgemeinschaften und Ethnien aus dem Gleichgewicht gerate.

Nicht der erste Angriff auf Nothilfe-Einrichtungen

Unterdessen berichtete das Hilfswerk medico international von einem Bombenangriff auf eine medizinische Ersthilfestation des Kurdischen Roten Halbmonds in Serekaniye am frühen Morgen. Dies sei nicht der erste Angriff auf Nothilfe-Einrichtungen, hieß es.

"Diese Angriffe müssen sofort aufgeklärt werden - insbesondere, ob sie gezielt gegen die medizinische Erstversorgung von Zivilisten gerichtet sind, wovon derzeit auszugehen ist", sagte Anita Starosta von medico international. Schon beim türkischen Einmarsch in Afrin sei ein vom Kurdischen Halbmond betriebenes Krankenhaus zerstört worden. Diese Angriffe brächen das Völkerrecht, so Starosta.

Quelle:
KNA